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Neubauten und Concurrenzen.
Nr. H.
folgt werden, sind: die Offertbedingungen, der Grundriss des Palacky-
Platzes im Massstabe 1:200. weiters im Massstabe 1:50 die Skizze der
drei Fagaden des Platzes und im Massstabe 1:50 die Silhouette (Photo
graphie) der Statuengruppen auf der Palacky-Brücke. Wr. Bauind.-Ztg.
Zur Erlangung von Entwurfskizzen für den Vollendungs
bau des aus dem 14. Jahrhundert stammenden Rathhauses zu
Göttingen wird hiemit ein öffentlicher Wettbewerb unter Architekten,
welche Angehörige des Deutschen Reiches sind, ausgeschrieben. Die
Entwürfe müssen bis zum 6. Jänner 1898, Mittags 12 Uhr, postfrei
dem Magistrate der Stadt Göttingen eingehändigt sein. Das Preis
richteramt haben übernommen die Herren: Geheimer Regierungsrath
Professor Hase, Hannover; Geheimer Regierungsrath Professor Olzen,
Berlin; Professor Dr. M. Heyne, Göttingen; Architekt Professor
Dr. Haupt, Hannover; Bürgermeister CaAuzu, Göttingen; Bürger
vorsteher-Worthalter Brand, Göttingen; Stadtbaurath Gerber, Göttingen.
Als Preise sind ausgesetzt: ein erster Preis von 1500 Mark, ein
zweiter von 1000 Mark und ein dritter von 500 Mark. Ausserdem
behält sich der Magistrat das Recht vor, noch 2 weitere Entwürfe
für je 300 Mark anzukaufen. Das Ausschreiben nebst Programm und
Anlagen ist gegen postfreie Einsendung von 4 Mark von dem
Magistrat der Stadt Göttingen zu beziehen.
Ein öffentliches Preisausschreiben für die Erbauung einer
Turnhalle erlässt die Turngemeinde Hanau. Sie setzt drei Preise von
300, 200 und 100 Mark aus und hat als Preisrichter die Architekten
v. Hoven in Frankfurt a. M., H. Reichwein in Wiesbaden und Stadt
baumeister Thyriot in Hanau gewonnen. Die Arbeiten sind zum
15- November d. J. einzureichen.
Die Entwürfe für ein Kunstmuseum in Riga werden vom
dortigen Stadtbauamte zum Gegenstand eines öffentlichen Wett-
Entschiedene
Pavillon der Stadt Wien für die Jubiläumsausstellung. Wett
bewerb: Unter dem Vorsitze des Gemeinderathes Costenoble fand
kürzlich eine Sitzung der aus den Herren Oberbaurath Wagnei',
Architekt Julius Deininger, Stadtbaudirector Berger, den Gemeinde-
räthen Bündsdorf Schuh und Zatzka bestehenden Commission statt, in
welcher über die Concurrenz für den Pavillon der Stadt Wien an
lässlich der Jubiläumsausstellung berathen wurde. Es wurde be
schlossen, den ersten Preis den Architekten Brüder Drexler (Motto £0),
den zweiten dem Architekten J. Suwinsky (»Kaiserjahr«) und den
dritten dem Architekten Josef M. Olbrich (»October«) zuzuerkennen.
Den Verfassern von drei weiteren Projecten wird der Ausdruck der
Anerkennung übermittelt werden. Der Pavillon wird sich an jener
Stelle der grossen zum Westportal der Rotunde führenden Avenue
erheben, an der sich bei der Musik- und Theaterausstellung der
Pavillon der Gemeinde Wien befand. — Das mit dem ersten Preise
gekrönte Project ist im modernen Styl, Wiener Richtung, gehalten,
der sich erst seit dem Regierungsantritte des Kaisers entwickelte.
Ueber acht breite Stufen gelangt man in die Entréchalle. Zur Linken
befindet sich der Eingang zu einem Dienerzimmer, in welchem auch
die Feuerwehr untergebracht sein wird. Zur Rechten kommt man
durch eine Thür in die Kanzlei. Von der Entréehalle wird man auf
ebenem Wege in die Vorhalle und von da in die Centralhalle, die
eigentliche Festhalle, gelangen, in welcher sich das Kaisermonument
vis-a-vis vom Eingänge befinden'wird. Das Kaisermonument wird von
Allegorien umgeben sein, die das »dankbare Wien« darstellen. Eine
Frauengestalt, die Vindobona, reicht dem Monarchen einen Lorbeer
kranz. Die Festhalle ist in einem sehr ernsten Charakter gehalten.
In der rings um den grossen Saal laufenden Hohlkehle wird in
allegorischen Darstellungen die Entwicklung Wiens während der
fünfzigjährigen Regierungszeit des Kaisers zur Darstellung kommen.
Insbesondere werden durch dieselben die erste und zweite Stadt
erweiterung veranschaulicht. In einem 40 Meter langen decorirten
Fries kommt die Huldigung der Wiener Bevölkerung, in deren Mitte
sich Kunst, Handel und Industrie befinden, für die Schaffung von
»Gross-Wien« zum Ausdrucke. Ein Bild des Kaisers in Halbrelief
befindet sich an der Rückwand, gerade über dem grossen Plane von
Wien; der letztere hat einen Flächenraum von mehr als 43 Quadrat
metern. Auf diesem Plane kommt die Entwicklung Wiens seit dem
Regierungsantritte des Kaisers zur deutlichen Darstellung. Die ehe
malige alte Stadt Wien vor 50 Jahren ist in grauer Farbe gehalten,
das jetzige Gross-Wien in rother Farbe. Der Festraum wird durch
eine einzige, 36 Quadratmeter grosse Glastafel eingedeckt sein, durch
welche das Tageslicht einfallen wird. Dieselbe wird in Emailglas-
Malerei den Adler der Gemeinde Wien in grossen Dimensionen
zeigen. Ueber der Glasdecke werden fünf elektrische Bogenlampen
installirt werden. Um den Festraum sind die Ausstellungsräume gruppirt.
In diese wird man aus der Vorhalle gelangen, und zwar zunächst in
einen Eckpavillon und sodann in den linksseitigen Ausstellungsraum,
der durch Querwände in sieben Cabinen getheilt ist und Bilder und
Pläne enthalten wird, die auf die Entwicklung Wiens in den letzten
50 Jahren Bezug haben. Nach Passiren der siebenten Cabine wird
man durch eine rechtsseitige Thür in den grössten der Ausstellungs
räume, der sich hinter dem Festsaale befindet, von dort in die sieben
rechtsseitigen Cabinen und nach diesen in den rechtsseitigen Eck
pavillon gelangen. Aus dem rechtsseitigen Eckpavillon wird der Be
sucher wieder die.Vorhalle betreten. Die Eckpavillons und der Haupt
ausstellungsraum werden an ihren Wänden reiche plastische Stuck-
decorationen erhalten. Die Decken der Cabinen werden reiche
Malerei aufweisen. Der Eingang zum städtischen Pavillon wird von
Pilonen flankirt werden, welche Embleme der Stadt Wien tragen
werden. Am Fusse der Pilonen werden sich zwei allegorische Figuren
gruppen befinden, von welchen di$ rechtsseitige das Aufblühen der
Künste und Wissenschaften und die linksseitige jene von Handel und
bewerbes gemacht, in welchem 3 Preise von 800, 500 und 300 Rubel
zur Vertheilung gelangen. Einsendungsterminist der 1./13. Februar 1898-
Weitere Auskünfte ertheilt das Riga’sche Stadtamt. In diesem Wett
bewerb handelt es sich um Entwürfe für ein Museumsgebäude, welches
eine Sculpturen-, eine Gemäldesammlung und ein Kupferstichcabinet
enthalten soll. Als Nebenräume sind Arbeitszimmer, Bibliotheksräume,
Beamtenwohnungen u. s. w. verlangt. Die Wahl des Baustyles ist den
Bewerbern überlassen, Angaben über das zu verwendende Material sind
nicht gemacht. Das in Aussicht genommene Gelände ist ein lang
gestreckter Bauplatz von freier Lage, an seinen Lang- und Kurzseiten
von Strassen und dem Stadtcanal begrenzt. Die Bausumme beträgt
mit Ausschluss der Gründungskosten 125.000 Rubel. Preisrichter sind
als Fachleute die Herren R. Schmaeling, W. Neumann und K. Felsko
in Riga. Verlangt werden ein Lageplan 25 Fuss = 1 Zoll engl.,
Grundrisse 14 Fuss = 1 Zoll engl, und Fagaden nebst Durchschnitten
7 Fuss = 1 Zoll engl. Die Beilegung besonderer Einzelzeichnungen
ist den Bewerbern überlassen. D. Bztg.
Internationaler Wettbewerb um Entwürfe für ein neues
Parlamentsgebäude in Mexiko. Nach einer Bekanntmachung des
Ministers für Verkehr und öffentliche Arbeiten in Mexiko im mexi
kanischen Staatsanzeiger vom 31. August ist die Fristbestimmung für
die Einreichung der Arbeiten so zu verstehen, dass die Bewerber
befugt sind, ihre Entwürfe bis zum 30. November d. J. entweder
unmittelbar bei dem mexikanischen Ministerium für Verkehr u. s. w.
oder aber bei den diplomatischen und consularischen Vertretungen
Mexikos im Auslande abzugeben. Es ist nicht etwa gemeint, dass die
auf die letztangegebene Art aus dem Auslande nach Mexiko zu
befördernden Preisarbeiten so rechtzeitig einzureichen seien, dass sie
am 30. November schon in Mexiko vorliegen.
Wettbewerbe.
Industrie darstellen. Der ganze Eingang wird von einem Giebel be
herrscht, in dessen Fries eine plastische Darstellung an das Jubiläum
erinnert. Hinter dem Giebel wird sich eine Kuppel erheben. Die
Kuppel wird eine Höhe von 29 Metern, die anderen Objecte nur eine
Höhe von 10 Metern erreichen. — Bezüglich der anderen ein
gereichten Projecte erfahren wir Folgendes: Am 15. v. M war der
Termin für die Einsendung von Concurrenzprojecten für den Bau
eines Ausstellungspavillons der Stadt Wien für die Jubiläumsausstellung
1898 abgelaufen. Es sind 21 Projecte mit folgenden Mottos, beziehungs
weise in folgender äusserer Ausstattung eingelangt: »Dem Bürger
meister«, »Pax«, »Heil Franz Josef, Heil Elisen — Oesterreich wird ewig
stehen«, L in Lorbeer, »MCM.«, V. im Stadtwappen, »October«,
»Stift und Beil«, 1898 in einem Kreise, »Alt-Wien«, »50«, »48 bis 98«,
»Das Kaiserjahr«, Künstlerwappen im Zirkel und Dreieck, 1848/1898,
von Lorbeer umgeben, »Wien, die k. k. Reichshaupt- und Residenz
stadt, 1848 bis 1898«, Stadtwappen auf schwarzem Grunde, links
davon 1848, rechts davon 1898, »Flora«, »1898«. »Jubiläum«,
»Palme«. Für denselben Tag waren für 12 Uhr Mittags die Juroren
zur ersten Sitzung eingeladen, haben die Projecte eröffnet und dem
Stadtbauamte zur Prüfung der rechnerischen Details übermittelt. Als
ausserhalb der Gemeindevertretung stehender Juror wurde k. k. Ober
baurath Professor Otto Wagner gewählt, der der ersten Sitzung auch
schon beigewohnt hat.
Wettbewerb für die Schule in Wien, Favoriten. Bei diesem
Wettbewerbe, zu welchem im Ganzen 8 Arbeiten eingelaufen sind,
erhielten den ersten Preis die Herren Architekten August Rehcik
und Karl Troll, den zweiten Preis Architekt Rudolf fCrieghammer,
den dritten Preis Architekt Peter Paul Brang, sämmtlich in Wien.
Das Project mit dem Kennzeichen »Städtisches Wappen« wurde mit
einer ehrenvollen Anerkennung bedacht. Die Jury bestand aus
den Gemeinderäthen Architekt Josef Bündsdorf und Bildhauer Karl
Costenoble, sowie aus dem Stadtrathe Stadtbaumeister Josef Seicherl.
Ausstellungsplacat für die Prager Architektur- und Ingenieur
ausstellung 1898. Die zur Beurtheilung der eingelaufenen Skizzen für
das vorbezeichnete Ausstellungsplacat gewählte Jury, bestehend aus den
Herren Prof. Hynais, Liska, Zinisek, Arch. Koula und Rostlapil, gelangte
zu folgendem Beschlüsse: Unter den eingesendeten 23 Skizzen be
finden sich einige hervorragende und eine ganze Reihe bemerkens-
werther Arbeiten. Unter die ersteren gehören die Skizzen: 1. die mit
einem Lotos und einem A, 2. die ohne Motto-Wahlspruch und 3. die
mit einem Zirkel inmitten eines Dreiecks bezeichnete. Die Jury beur-
theilte die Skizzen sowohl nach ihrem inneren Werthe, als nach
ihrer decorativen Wirkung und nach dem Masse, in welchem sie dem
Programme, die Architektur und das Ingenieurwesen bei der Aus
stellung charakteristisch hervortreten zu lassen, entsprachen. Der
erste Preis wurde durch Stimmenmehrheit der mit dem Lotos und
mit A bezeichneten Skizze zugesprochen. Weiters entschied die Jury,
dass zwei zweite Preise zuzuerkennen sind, da es sich um zwei sehr
werthvolle Arbeiten handelt, die ausgezeichnet werden müssen. Die
zweiten Preise wurden einstimmig zuerkannt: 1. dem Projecte ohne
Wahlspruch und 2. jenem mit dem Zirkel im Dreiecke. Eine
ehrende Anerkennung wurde folgenden Arbeiten zuerkannt:
1. Skizze mit zwei Dreiecken, 2. Skizze mit dem Motto »Zlaté kruzidlo«,
3. Skizze mit dem Buchstaben A im Dreiecke, 4. Skizze Lotos mit
dem Buchstaben B, 5. Skizze mit dem gothischen Veilchen. — Der
Autor des mit dem ersten Preise ausgezeichneten Projectes ist der
Maler Herr Vitezslav K Masek. Autor der ersten von den beiden
mit dem zweiten Preise ausgezeichneten Skizzen ist der Maler
Alfons Mucha in Paris, beim zweiten Elaborate ist keine nähere
Adresse angegeben.
Bergakademie in Schemnitz. Von den eingelaufenen Entwürfen
für die neue Bergakademie in Schemnitz hat die Jury den ersten
Preis von 1500 fl. dem Werke des Budapester Architekten Endre Makai