VIII. Jahrgang.
ARCHITEKTONISCHE MONATSHEFTE
Heft 3.
dabei aber doch durchaus gründliche Bearbeitung dieses
Bandes lässt jedoch seine Beliebtheit leicht verstehen.
Das Werk enthält die Elemente der Stein-, Holz- und
Eisenconstructionen in eingehendster Behandlung; spe-
ciell den Eisenconstructionen ist ein grosser Raum ge
widmet. Zu erwähnen ist das ungewöhnlich reiche
Illustrationsmaterial, welches zu grösster Klarheit bei
trägt. Das Capitel »Fundamente« zerfällt in folgende Ab
theilungen »Fundament und Baugrund«, »Aufgebaute
Fundamente«, »Versenkte Fundamente«. Interessant ist
namentlich der Abschnitt über Caissongründungen,
welcher als Hauptbeispiele die Fundamentierung des
Eiffelthurmes und des vielstöckigen Manhattan Lebensver
sicherungsgebäudes in New-York vorführt. — Bühlmanns
Autorität auf dem Gebiete der Stillehre ist zu anerkannt,
um für seine Bau
formenlehre em
pfehlende Worte
nöthig zu machen.
Wer sich gründ-.
liehe Kenntnisse
der classischen
Bauformen er
werben will, kann
einen besseren
Führer nicht fin
den. Die zahl
reichen Abbil
dungen sind tref
fend gewählt,klar
und deutlich.
Architekt C a-
m i 11 o Sitte,
Regierungsrath
und Director der
k. k. Staatsge
werbeschule in
Wien, Der
Städtebau
nach seinen
künstlerischen
Grundsätzen. Ein
Beitrag zur Lö
sung moderner
Fragen der Archi
tektur und mo
numentalen Pla
stik unter beson
derer Beziehung
auf Wien. Mit
4 Heliogravüren
und 109 Illustra
tionen und Detailplänen. Dritte Auflage. Preis broschiert K 5.60, in Leinwand geb.
K 7.—, in Halbfranz geb. K 8.40. Verlag von Carl Graeser & Co., Wien. Diese nunmehr
in dritter Auflage vorliegende geistreiche Abhandlung eines der gründlichsten Kenner
des modernen Städtebaues ist seit langem als die beste und bahnbrechende Schrift
über dieses Capitel anerkannt worden. Gerade jetzt, wo es sich allerorts regt, um dieser
hochwichtigen Frage nicht blos vom technischen, sondern ganz speciell auch vom
künstlerischen Standpunkt näherzutreten, kann das Studium dieses trefflichen Buches
nicht warm genug empfohlen werden.
Neue, neunte Lieferungs-Ausgabe von Stiele rs Hand-Atlas,
100 Karten in Kupferstich, herausgegeben von Justus Perthes’ Geographische Anstalt
in Gotha. (Erscheint in 50 Lieferungen [jede mit 2 Karten] zu je 60 Pfg.) 1. Lieferung:
Nr. 15, Ostalpen in 1:925.000, von C. Scherrer und H. Habenicht; Nr. 64, China
in 1:7,500.000, von C. Barich. Fast auf allen Gebieten der Wissenschaft gibt es
Werke, deren Name allein ein Programm bedeutet: der »Grosse Stieler« ist ein
solches! Seit nahezu hundert Jahren steht er unbestritten an der Spitze aller Hand
atlanten der Welt, dank seiner wissenschaftlichen Gründlichkeit, seiner Zuverlässigkeit,
seiner praktischen Bearbeitung und der plastischen Schönheit seiner Kartenbilder. Die
Zahl der Jahre hat dieses anerkannte Meisterwerk kartographischer Kunst und geogra
phischer Wissenschaft nicht altern lassen. Wer die Blätter der soeben erschienenen
ersten Lieferung der neuen Ausgabe betrachtet, dem mag leicht der Gedanke an den
aus der Asche emporgestiegenen Phönix kommen: Jugendfrische Schönheit, deren Reiz
durch die Fortschritte der Technik gegen die früheren Ausgaben noch ganz erheblich
gesteigert ist, meisterliche Darstellung, gründlichste Ausnutzung aller nur irgend erreich
baren Quellen, sorgsamste Berücksichtigung der Ansprüche der Wissenschaft und der
Interessen des praktischen Lebens, trotz der reichen Fülle einzigartige Klarheit und
Lesbarkeit — alle diese Eigenschaften zusammen genommen, sie. drücken der neuen
Lieferungsausgabe von Stielers Handatlas den Stempel auf. Der durch die Technik
ermöglichte billige Preis befähigt den »Grossen Stieler«, von seiner bisherigen kost
spieligen Höhe herabzusteigen und sich an die weitesten Kreise zu wenden. Die beiden
Blätter, welche die erste Lieferung bilden: Ostalpen und China, verkörpern die oben
gerühmten Vorzüge in überzeugender Weise; sie werden den strengsten Ansprüchen
gerecht und lassen von der neuen Stieler-Ausgabe das denkbar beste erhoffen.
Rathhaus in Löbtau.
Geschichte der Kunst von Cornelius Gurlitt.
Zwei Bände. 95 Bogen Lex.-Octav. Mit 30 Bilder-Tafeln. Preis
geheftet M. 44.—. In Leinwand gebunden M. 48.—. Verlag von
A. Bergsträsser in Stuttgart. Die Gurlitt’sche Kunstgeschichte unter
scheidet sich in einschneidendster Weise von den anderen. Schon
in der Anordnung tritt dies hervor. Bisher trennte man zumeist
die Kunstgebiete. Manche haben eigene Bände der Bildhauerei,
Malerei und Baukunst gewidmet, so dass in jedem von den
ältesten Zeiten bis in die neueste die Weltgeschichte aufs neue
erzählt werden musste; andere haben innerhalb grösserer Ge
biete die Kunstarten getrennt gehalten, so dass das wiederholte
Anfängen von vorne sich wenigstens nur innerhalb einer Zeit
grenze abspielte. Gurlitt gibt in abgerundeten Bildern einer in
sich geschlossenen Zeitperiode alle Künste vereint unter cultur-
geschichtlichen Gesichtspunkten. Er vermeidet die Systematik,
denn die Kunst
entwickelte sich
ja auch nicht
systematisch, er
thut der Ge
schichte zu Gun
sten eines vor-
ge fassten Planes
nicht Gewalt an.
Ist das gewerb
liche Sèhaffen
das Entscheiden
de in einem
Kunstabschnitt,
so setzt seine
Schilderung eben
mit diesem ein,
während die an
deren zumeist
nicht recht wis
sen, wie und wo
sie dies in ihr Sy
stem hineinbrin
gen sollen. Um
die Gurlitt’sche
Behandlungs
weise durchzu
führen, genügt
nicht das fleissige
Excerpieren der
besten kunstge-
schichtlichcn
Quellenwerke
für jedes einzelne
Gebiet, sondern
bedarf es einer
Architekten Schilling und Gräbner in Dresden.
Bankanlage für einen Park.
Architekt Karl Benirschke in Wien.
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