VIII. Jahrgang.
ARCHITEKTONISCHE MONATSHEFTE
Heft 11.
52 Textbildern, geheftet M. 4.—, gebunden M. 4.50 (Verlag von G. Schmidt,
Berlin W. 35). Dieses Buch des bewährten Verfassers, dessen bereits er
schienene Bücher: »Das Fernobjectiv«, »Anleitung zur Projection« (Bd. 9
und 13 der Photographischen Bibliothek) sich grossen Beifalls erfreuen,
kommt einem längst vorhandenen Bedürfnis entgegen, da es bis jetzt an
einem Buche fehlte, welches für Aufnahmen von Werken der Architektur
und Plastik eine zuverlässige, dem modernen Standpunkt der Photographie
entsprechende Anleitung bietet. Das Buch wird dem photographierenden
Architekten und Künstler wie allen Fach- und Amateurphotographen sicher
gute Dienste leisten, um so mehr, als es sich hier um eines der schwierigsten
Gebiete der photographischen Aufnahme handelt. Es enthält unter anderem
eingehende Aufschlüsse über: die Ausrüstung: Camera und Stativ; die
Objective; Perspective: über das Betrachten der Bilder, insbesondere der
Weitwinkelaufnahmen; Wahl des Standpunktes in der Ebene; Höhenlage
des Standortes; einige (ästhetische Regeln. Die Aufnahme: Beleuchtung
des Objectes; Aufnahmen bei künstlichem Lichte; Lichthöfe; die Exposition;
die Entwicklung. Special-Aufnahmen, Details-
Aufnahmen (Architektur - Fernphotographie):
Wesen des Fern- oder Teleobjectives; Be
stimmung der durch das Teleobjectiv hervor
gerufenen Vergrösserungen; Bestimmung der
Expositionszeit; Formel für die Bestimmung
des Balgauszuges, Vergrösserung und ent
sprechende Negativlinse; die verschiedenen
Teleobjective; das praktische Arbeiten mit
dem Teleobjective. Fertigstellung der Bilder
u. s. w.
Ornament 1902, Paul Bürck, 63 Tafeln
kl. Folio, darunter 54 in zweifarbigem Druck
auf graublauem Carton und 9 mehrfarbige
Tafeln mit zusammen 300 Ornament-Compo-
sitionen. Text von Dr. Ernst Zimmermann
in Dresden. Preis M. 12.— Hauskunstverlag
von Otto Schulze-Köln, Darmstadt. Paul Bürck,
eines der Mitglieder der DarmstädterKünstler-
Colonie, hat hier eine reiche Auswahl origi
neller und sehr weitgehend verwendbarer Or
namente zusammengetragen, welche theils rein
in der Linie gehalten, theils Pflanzenmotive
verwerthend, äusserst vielseitige Verwendung
zulassen, und diespeciell auch der Architekt, sei
es bei der Ausschmückung von Entwürfen, sei
es aber auch direct als Bau-Ornamente, Flächen
decorationen u. dgl. gut verwenden können
wird. Wir möchten die reichhaltige und schon in Anbetracht der vorzüglichen
Ausstattung äusserst preiswerthe Sammlung daher wärmstens empfehlen.
W. Minetti, »Die Giebelarchitekture n«. Eine Sammlung
von architektonischen Entwürfen für Giebelaufbauten. Band I: Giebel in den
Formen der deutschen, französischen, italienischen und niederländischen
Renaissance, sowie des Barocks und des Rococo. 36 Tafeln in Folio und
12 Seiten Text in Mappe. Preis M. 15. Verlag von J. M. Gebhardt in Leipzig.
Der Autor, welcher in Fachkreisen bereits durch sein grosses] Werk
über Holzarchitektur bekannt ist, gibt in seiner neuen Veröffentlichung eine
Reihe der besten Giebelformen der oben genannten Stile in klarer geo
metrischer Darstellung mit Seitenansichten und Schnitten wieder. Die Aus
wahl der Beispiele muss mit ganz geringen Ausnahmen eine sehr treffende
genannt werden und ist überhaupt die Idee des Werkes eine recht glückliche,
da einerseits die Wahl einer richtigen Giebelform oft, namentlich dem
jüngeren Bautechniker, wesentliche Schwierigkeiten bereitet, anderentheils
I der Giebel eben dasjenige Architekturglied ist, welches die meiste Selbst-
Architekt 0. Usbeck in Berlin.
Detail vom Wohnhaus in Berlin. (Tafel 82.)
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