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Znm Hineinstecken in die Oster
kerze wurden gewöhnlich grössere Stücke
gekauft.
4. Die Ausgaben für Paramente
und Geräthe in der Kirche.
5. Die Kosten von Baulichkeiten
und Reparaturen an Kirche und
Schule.
6. Die Entlohnung des Schul
lehrers. In den ersten Jahren geschieht
davon keine Erwähnung; in der Folge
aber erscheinen in Dobfichowitz und
Sliwenetz kleine Beträge unter dem
Titel „für das Unterrichten armer Kinder“
ausgeworfen, die sich dann in ständige
Ausgabsposten verwandeln.
7. Zur Erfrischung der Kir
chenväter bei der Rechnung
legung wird in Sliwenetz vom 18. Jahr
hundert angefangen ein Betrag auf Bier
ausgesetzt, freilich ein sehr geringer,
meist 20, zuweilen aber bloss 18 Kreuzer.
An dem Trünke mochte sich auch der
Cantor vergnügen, der wenn auch nicht
in der Rechnung, so doch bei der Rech
nunglegung wohl die wichtigste Rolle
spielte. In ftewnitz und Dobfichowitz
kommt später — nur 1628 ist in Äewnitz
ein Betrag von 1 Schock gr. ,,auf Bier“
und 1627 bei Dobfichowitz ein Betrag
seit 2 Schock 50 gr. auf „Wein“ „bei
der Rechnung“ ausgesetzt — eine solche
Post nicht vor, dagegen werden dort
von 1694 den Kirchenvätern an Frohn-
leichnam 35 kr. und hier in älterer Zeit
an den Kirchenfesten zuweilen 1 Schock
gr., von 1696 an (mit Inbegriff der
Literaten oder des Cantors) 3 fl. 30 kr.
ausgeworfen. Für das Schreiben der
Kirchenregister war bei Dobfichowitz
1625—1628 alljährig ein Betrag von
1 Schock gr. verrechnet.
Bis um die Mitte des siebzehnten
Jahrhunderts wird noch fast ausschliess
lich in meissnisehen Groschen ge
rechnet, von da an beginnt die Rech
nung in rheinischen Gulden, ob
wohl hie und da noch Preisansätze in
meissner Währung Vorkommen, nament
lich bei Artikeln, die einen auf altem
Herkommen beruhenden Preis hatten.
Aus den zwanziger Jahren des
17. Jahrhunderts liegen Beispiele einer
Entwerthung der Valuta vor. So
werden 1625 in Sliwenetz 59 Schock
30 gr. 6 d. „leichter Münze“ gleich
35 Schock 30 gr. „guter Münze“ in
Dobfichowitz aber 1624 6 Schock 56 gr.
3 d. „gesunkener Münze“ gar nur als
46 gr. „gutes Geld“ gerechnet. In
Sliwenetz sind 1627 15 Schock „leichter
Münze“ 11 Schock 14 gr. „guter“ gleich
gestellt
Dobfichowitz.
Die den Heiligen Prokop und
Martin geweihte Kirche zu Dobfi
chowitz wird in der Kirchenrechnung
von ftewnitz eine Filialkirche der dor
tigen Pfarre genannt. Ihre Einrichtung
ist in den Inventaren aus den Jahren
1617 des Näheren angegeben, Ueber
die Bezüge des Schullehrers, 1628
Rector, von 1680 an Cantor genannt,
kommt aus früherer Zeit keine Erwäh
nung vor. 1693 wurden ihm als Gehalt für
4 Monate (?) 6 fl. zugewiesen, wovon jedoch
in den späteren Jahren keine Meldung
mehr geschieht; 1711 aber erhält er mit
Bewilligung des Generalgrossmeisters
6 fl. unter dem Titel „für das Unter
richten armer Kinder“ ausgesetzt, die zu
einem ständigen Jahres-Einkommen sich
gestalteten. Im Jahre 1628 erscheint für
ihn 1 Schock gr. 1 fl. 10 kr. rh. für
das Singen der Passion am Palm
sonntage verrechnet, welche Post auch in
der Folge sich oft wiederholt. Desgleichen
wird 1680 ihm in Gemeinschaft mit
den Kirchenvätern je wegen des Frohn-
leichnamsfestes, dann der Feste der
beiden Kirchenpatrone Set. Martin und
Set. Prokop ein Betrag von 1 fl. 10 kr.
ausgeworfen. In der Folge wird dieser
Betrag auf den Cantor und die Lite
raten, und später auf letztere allein vor
geschrieben.
Acht Stücke (1642 werden zwölf ge
nannt) um die Kirche, wo der Bach die
Karlitzky’sche Wassermühle theilt, ge
legene Felder im Ausmaasse von 39
Strich (42 im Jahre 1680), ferner eine
Wiese, von welcher jährlich ein Schock
gr. gezahlt wird, so wie alles Baumwerk
auf jener Seite der Kirche, wo der Bach
die Mühle theilt, nebst einer Chalupe,
von welcher Anfangs ein Zins von 4 Schock
gr., von 1642 an aber schon als von
einem wüsten Platze nur 30 gr. an
gesetzt erscheint, gehörten der Kirche.
Bis 1642 wurden diese Felder von Do-
bfichowitzer Insassen bewirthschaftet,
die hievon ihre Schuldigkeit entrichteten ;
in diesem Jahre aber wurde auf Kosten
Sr. Eminenz (des Cardinal Harrach) und