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Full text: Collectiv-Ausstellung von Beiträgen zur Geschichte der Preise, veranstaltet zur Weltausstellung 1873 Wien von der Handels- und Gewerbekammer in Prag

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Znm Hineinstecken in die Oster 
kerze wurden gewöhnlich grössere Stücke 
gekauft. 
4. Die Ausgaben für Paramente 
und Geräthe in der Kirche. 
5. Die Kosten von Baulichkeiten 
und Reparaturen an Kirche und 
Schule. 
6. Die Entlohnung des Schul 
lehrers. In den ersten Jahren geschieht 
davon keine Erwähnung; in der Folge 
aber erscheinen in Dobfichowitz und 
Sliwenetz kleine Beträge unter dem 
Titel „für das Unterrichten armer Kinder“ 
ausgeworfen, die sich dann in ständige 
Ausgabsposten verwandeln. 
7. Zur Erfrischung der Kir 
chenväter bei der Rechnung 
legung wird in Sliwenetz vom 18. Jahr 
hundert angefangen ein Betrag auf Bier 
ausgesetzt, freilich ein sehr geringer, 
meist 20, zuweilen aber bloss 18 Kreuzer. 
An dem Trünke mochte sich auch der 
Cantor vergnügen, der wenn auch nicht 
in der Rechnung, so doch bei der Rech 
nunglegung wohl die wichtigste Rolle 
spielte. In ftewnitz und Dobfichowitz 
kommt später — nur 1628 ist in Äewnitz 
ein Betrag von 1 Schock gr. ,,auf Bier“ 
und 1627 bei Dobfichowitz ein Betrag 
seit 2 Schock 50 gr. auf „Wein“ „bei 
der Rechnung“ ausgesetzt — eine solche 
Post nicht vor, dagegen werden dort 
von 1694 den Kirchenvätern an Frohn- 
leichnam 35 kr. und hier in älterer Zeit 
an den Kirchenfesten zuweilen 1 Schock 
gr., von 1696 an (mit Inbegriff der 
Literaten oder des Cantors) 3 fl. 30 kr. 
ausgeworfen. Für das Schreiben der 
Kirchenregister war bei Dobfichowitz 
1625—1628 alljährig ein Betrag von 
1 Schock gr. verrechnet. 
Bis um die Mitte des siebzehnten 
Jahrhunderts wird noch fast ausschliess 
lich in meissnisehen Groschen ge 
rechnet, von da an beginnt die Rech 
nung in rheinischen Gulden, ob 
wohl hie und da noch Preisansätze in 
meissner Währung Vorkommen, nament 
lich bei Artikeln, die einen auf altem 
Herkommen beruhenden Preis hatten. 
Aus den zwanziger Jahren des 
17. Jahrhunderts liegen Beispiele einer 
Entwerthung der Valuta vor. So 
werden 1625 in Sliwenetz 59 Schock 
30 gr. 6 d. „leichter Münze“ gleich 
35 Schock 30 gr. „guter Münze“ in 
Dobfichowitz aber 1624 6 Schock 56 gr. 
3 d. „gesunkener Münze“ gar nur als 
46 gr. „gutes Geld“ gerechnet. In 
Sliwenetz sind 1627 15 Schock „leichter 
Münze“ 11 Schock 14 gr. „guter“ gleich 
gestellt 
Dobfichowitz. 
Die den Heiligen Prokop und 
Martin geweihte Kirche zu Dobfi 
chowitz wird in der Kirchenrechnung 
von ftewnitz eine Filialkirche der dor 
tigen Pfarre genannt. Ihre Einrichtung 
ist in den Inventaren aus den Jahren 
1617 des Näheren angegeben, Ueber 
die Bezüge des Schullehrers, 1628 
Rector, von 1680 an Cantor genannt, 
kommt aus früherer Zeit keine Erwäh 
nung vor. 1693 wurden ihm als Gehalt für 
4 Monate (?) 6 fl. zugewiesen, wovon jedoch 
in den späteren Jahren keine Meldung 
mehr geschieht; 1711 aber erhält er mit 
Bewilligung des Generalgrossmeisters 
6 fl. unter dem Titel „für das Unter 
richten armer Kinder“ ausgesetzt, die zu 
einem ständigen Jahres-Einkommen sich 
gestalteten. Im Jahre 1628 erscheint für 
ihn 1 Schock gr. 1 fl. 10 kr. rh. für 
das Singen der Passion am Palm 
sonntage verrechnet, welche Post auch in 
der Folge sich oft wiederholt. Desgleichen 
wird 1680 ihm in Gemeinschaft mit 
den Kirchenvätern je wegen des Frohn- 
leichnamsfestes, dann der Feste der 
beiden Kirchenpatrone Set. Martin und 
Set. Prokop ein Betrag von 1 fl. 10 kr. 
ausgeworfen. In der Folge wird dieser 
Betrag auf den Cantor und die Lite 
raten, und später auf letztere allein vor 
geschrieben. 
Acht Stücke (1642 werden zwölf ge 
nannt) um die Kirche, wo der Bach die 
Karlitzky’sche Wassermühle theilt, ge 
legene Felder im Ausmaasse von 39 
Strich (42 im Jahre 1680), ferner eine 
Wiese, von welcher jährlich ein Schock 
gr. gezahlt wird, so wie alles Baumwerk 
auf jener Seite der Kirche, wo der Bach 
die Mühle theilt, nebst einer Chalupe, 
von welcher Anfangs ein Zins von 4 Schock 
gr., von 1642 an aber schon als von 
einem wüsten Platze nur 30 gr. an 
gesetzt erscheint, gehörten der Kirche. 
Bis 1642 wurden diese Felder von Do- 
bfichowitzer Insassen bewirthschaftet, 
die hievon ihre Schuldigkeit entrichteten ; 
in diesem Jahre aber wurde auf Kosten 
Sr. Eminenz (des Cardinal Harrach) und
	        
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