73
Bitte nicht ohne Erfolg sein werde, wenn
wir uns an die P. T. Herren Gross
grundbesitzer um geneigte Betheiligung
aD der erwähnten Collectiv-Ausstellung
wenden.
In ähnlicher Weise verhält es sich
mit den Städten und Marktorten.
Auch dort dürfte noch Manches in alten
Priviligien , Zunftsordnungen , Preis
satzungen und Marktberichten sich finden;
desgleichen in den ehemaligen Statute n
jener Gewerbs-Genossen-
schäften, welche sich an frühere
Innungen angelehnt haben.
Eine reiche Quelle mag auch in alten
Bergwerksarchiven sich erschliessen,
und zwar nicht bloss über den Preis
der gewonnenen Producte, sondern auch
über die Preise der aufgewendeten Ma
terialien, über Löhnungen u. dgl. m.
Endlich werden bei den alteren
Handels- und Industrie-Eta
blissements vielleicht noch Bücher er
halten sein, aus denen die Preise von
gangbaren und ihrer Qualität nach leicht
zu beurtheilenden Waaren, wie z. B.
von Zucker, Kaffee, Eisensorten, Garnen,
Leinwänden für eine längere Periode
herausgezogcn werden könnten.
Welches immer die Artikel seien,
von welchen Preise sich verzeichnet finden,
keiner möge übergangen werden. Ins
besondere erlauben wir uns als wichtig
hervorzuheben die Preise
der verschiedenen Getreidearten, Hül
senfrüchte u. s. w.
der Landesproducte, welche zu weiterer
Verarbeitung dienen, als Hopfen, Wolle,
Flachs u. s. w.,
der verschiedenen Gattungen von
Nutz- und Schlachtvieh;
der allgemeinsten Lebensbedürfnisse,
als: Mehl, Brod, Fleisch, Bier, Wein,
Branntwein, Brennholz u. s. w.,
des Arbeitslohnes, uz. sowohl des
gemeinen Taglohnes, als des Lohnes in
den Handwerken und Gewerben.
Hie und da dürften noch andere
Daten zum Vorschein kommen, wie über
Steuern und Abgaben, Zölle und Mauth-
gebühren, Zinse von Grundstücken,
Gewerben und Wohnungen, Gehalte und
Deputate. Solche Daten wären in einem
Anhänge zusammenzufassen.
Zur Erleichterung der Benützung der
durch diese Nachforschungen gewonnenen
Daten und der Uebersicht über dieselben
wäre bei der Zusammenstellung nach
einem gewissen Systeme vorzugehen.
Wir möchten hiefür folgenden Modus
vorschlagen :
Jedem Artikel, z. B. Weizen, Hopfen ,
Bier wären je ein Blatt oder nach Er
forderniss mehrere Blätter zu widmen,
auf die dann die Eintragung in nach
stehenden Rubriken zu erfolgen hätte:
a) Ort (wo ein gewisser Preis be
stand) ;
b) Jahr (in welchem ein bestimmter
Preis bezahlt wurde) in chrono
logischer Reihenfolge ;
c) die Einheit, welche dem Preise
zu Grunde liegt, z. B. ein Strich,
ein Centner, ein Eimer;
d) derPreis selbst, in der Währung,
in welcher derselbe sich vorfindet,
z. B. böhmischer Groschen, Meissner
Groschen, rheinischer Gulden u. s.w.;
e) die Quelle, aus welcher der Preis
geschöpft wurde, — ein Moment
von besonderer Wichtigkeit, weil
darauf die Verlässlichkeit der Preis
ansätze beruht.
f) Anmerkung.
Jedes Dominium, jede Stadt oder
jeder Markt, so wie jeder andere Ver
band und jeder Private, welcher sich an
dieser Collectiv - Ausstellung betheiligt,
würde in derselben als selbst
ständiger Aussteller genannt
werden. Es könnten aber auch jene
P. T. Herren, welche mehrere Domänen
in ihrem Besitze vereinigen, dieselben
zusammen als ein Ganzes (in einem
Bande) zur Ausstellung bringen.
Es würde den äusseren Eindruck
dieser Ausstellung stören , wenn die
einzelnen Bände bald in diesem, bald
in jenem Formate wären. Um dies zu
vermeiden, siud wir sehr gerne bereit,
den angemeldeten Herren Ausstellern,
sobald einmal die Arbeiten so weit ge
diehen sind, zu den für die Ausstellung
selbst anzufertigenden Abschriften das
nöthige Papier von einem für alle
gleichen Formate und eventuell
auch mit den vorgedruckten
Rubriken versehen zu übersenden.
Nur ersuchen wir, zu diesem Behufe uns
seiner Zeit von dem Fortgänge der
Arbeiten und der Beschaffenheit ihrer
Resultate zu unterrichten, um in der
Wahl des Formates, so wie auch in den
Rubriken den gegebenen Anforderungen
möglichst Rechnung tragen zu können.