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Full text: Collectiv-Ausstellung von Beiträgen zur Geschichte der Preise, veranstaltet zur Weltausstellung 1873 Wien von der Handels- und Gewerbekammer in Prag

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Eben so sind wir erbötig, für jene Herren 
Aussteller, welche es wünschen, den 
Einband zu besorgen, und zwar gleich 
falls nach einer gewissen Gleichförmig 
keit, jedoch so, dass durch ent 
sprechende äussereAufschriften 
der Beit rag jedes einzelnen An 
melders sogleich kenntlich 
würde. 
Ueberhaupt geben wir hiemit die Zu 
sicherung, dass wir, soweit es an uns 
ist, gegenüber den P. T. Herren Domänen 
besitzern, Stadt- und Gemeindevorständen 
und Allen, die sich unserem Unternehmen 
anschliessen, dasselbe Verhalten beob 
achten werden, wie es die kaiserliche 
Commission laut der folgenden Stelle 
im diesfälligen Special-Programm auch 
als ihre Norm aufgestellt hat: 
„Das Autorrecht an diesen, wie 
nicht geleugnet werden soll, schwierigen 
aber sicherlich höchst verdienstvollen 
Darstellungen wird durch Angabe 
des Namens des Verfassers und 
all’ der von demselben ge 
wünschten Daten auf dem Aus 
stellungs-Objecte zur Geltung 
gebracht werden.“ 
Wir richten nunmehr an die P. T. 
Herren Domänenbesitzer, an die 
v er ehrlichen Stadt- und Ge 
meindevertretungen, Gremien 
und Genossenschaften, die 
wissenschaftlichen, gewerb 
lichen und Humanitäts-Vereine, 
an die Herren Industriellen und 
überhaupt an alle Freunde de' 
Wissenschaft die Bitte, diese Ange 
legenheit in Erwägung zu ziehen, und, 
wenn Ihnen irgend ein Material über Preise 
aus älteren Perioden zu Gebote steht, 
dasselbe auf die angedeutete Art der 
Wissenschaft zu erschliessen. 
Die Anmeldungen wollen uns 
gütigst ehethunlichst, längstens aber b i s 
15. Juni d. J. eingesendet werden, da 
mit wir in der Lage wären, die Collectiv- 
Anmeldung hiernach einzurichten und bis 
zu dem festgesetzten Termine, dem 
1. Juli d. J., einzubringen. Die Ein 
sendung der auszustellenden 
Elaborate wird bis zum 15. Fe 
bruar 1873 erbeten. 
Da nach unserer UeberzeuguDg durch 
eine befriedigende Lösung dieser Auf 
gabe der Wissenschaft, insbesondere der 
Nationalökonomie und ihrer Geschichte 
und der Culturgeschichte überhaupt ein 
grosser Dienst geleistet und hieraus auch 
mittelbar das praktische Leben manchen 
Nutzen ziehen würde, so blicken wir auch 
einer zahlreichen und eifrigenBetheiligung 
vertrauensvoll entgegen. 
Die Handels- und Gewerbe-Kammer. 
Prag, am 2. April 1872. 
Der Vicepräsident: Richard Ritter von 
Dotzauer m. p. Dr. Edmund 
Schebek m. p. Secretär. 
B. 
Einige Notizen 
über altes böhmisches und Berner Maass 
und Gewicht und alte böhm. und neuere 
österr. Münz- und Geldwährungen Abdruck 
von pag. 247 bis 252 des von Albert Frei 
herrn von Steiger ausgestellten Manu- 
scriptes. 
A. Altes Böhmisches Maass und 
Gewicht. 
1 Alt-Böhm. Schuh = 0296 Meter. 
1 Böhmische Elle — 2 böhm. Schuh 
1 Böhmische Klafter = 6 böhm. Schuh. 
1 Klafterhoch 6', breit 6', Scheitlänge 2', 
sogenanntes kurzes Holz; dto. 3'langes 
Holz. 
1 Strich gestrichen = 0-936 Hektoliter 
Getreide. 
1 Strich gehäuft =1-076 Hektoliter Ge 
treide. 
Weizen und Korn wurden ge 
strichen, Gerste, Hafer, Hülsenfrüchte, 
Kalk gehäuft gemessen. Von der 
Mitte des 18. Jahrhunderts an wurde 
aber die Gerste meistens auch ge 
strichen gemessen. 
I Böhmisches Seidel = 0-447 Liter. 
4 Böhmische Seidel = 1 böhm. Pint. 
32 Böhmische Pint = 1 böhm. Eimer. 
1 Fass =: 4 Eimer. 
1 Böhmisches Pfund = 0"514 Kilo 
gramme. 
1 Böhmischer Stein = 20 Pfund. 
1 Böhmische Waag = 30 Pfund. 
1 Böhmischer Centner = 120 Pfund = 
61-72 Kilogr. 
Im Jahre 1765 wurde in Böhmen 
das nieder - österreichische Maass und 
Gewicht gesetzlich eingeführt , konnte 
aber das böhmische nicht sogleich ganz 
aus dem Verkehr verdrängen. Zur Zeit 
Kaiser Josefs war das österr. Maass und 
Gewicht schon fast allgemein , und nur 
das Strichmaass beim Kalk und beim
	        
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