66
I. Gefässe: E) Spätere, nichtattische Gattungen.
(der untere Theil fehlt), mit Tympanon auf der
Linken,Thyrsos in der gesenkten Rechten. Obere
Reihe von 1.: 7) Silen nach rechts, in den schmalen
Raum über der letzten M. der unteren Reihe
in gebückter Stellung eingeschoben, haschend
mit der R. nach 8) einer vor ihm fliehenden M.,
welche die R. gegen die Stirn erhebt und mit
der I.. einen grossen Hasen an die Brust drückt.
In der Mitte 9) Pan, gehörnt, sein Gesichtstypus
wie der der Silene, mit auf der Brust geknotetem
Thierfell, nach r. sitzend, umblickend und
im Syrinxspiele einhaltend, in der L. eine
Schale; um ihm einzuschenken tanzt 10) eine M.
herbei, in der erhobenen R. Krug, in der L.
Schale; r. entfernt sich 11) ein Silen und 12) eine
Mänade mit Schale.
Die Mänaden in reich verzierten Gewändern
(breite Säume, unten: laufender Hund oder
Strahlen; oben oder seitlich Eierstab; als Muster
Kreuze, meistens Ringelchen). Charakteristisch
der bogenförmige, breite Bausch des Ueberschlages.
Alle mit Stephane, die mit Eierstab verziert
und mit Blättern besetzt ist, und in Schuhen;
drei mit kurzem, auf einer Schulter zusammengeknotetem
Thierfell. Die Silene vorne kahlhäuptig.
— Der Stil dem späteren attischen sehr nahe
verwandt. Form und Firniss dagegen, sowie
Details (z. B. die manierirte Form des Ueberschlages
der Frauengewänder, der Bart eines
Silens, der ganz in Striche aufgelöst ist) sprechen
mehr für eine locale Fabrik in Italien.
Brunn, Bulle«, dell’ Inst. 1865, p. 219; Furtwängler,
Annali dell’ Inst. 1878, p. 87, der attischen
Ursprung annimmt.
Unbestimmt Italisch.
Nr. 453. Kanne, wie Fig. 33. Auf dem Bauche
vorn eine Gruppe von zwei Mänaden
und einem Silen, rückwärts vom Henkel
ausgehende Palmetten mit dicken Volutenranken
und Glockenblumen; unten
umlaufend Mäander (wie bei Fig. 33
mit Betonung der Mitte), auf der
Schulter Stabkyma. Auf dem Halse
zwischen aufsteigenden Volutenranken
eine Frau nach 1. eilend, umblickend,
auf der erhobenen L. ein Kästchen,
neben ihr ein Pfeiler. Am Rande sog.
Eierstab. Hellgelber Thon. Die Körper
der Frauen sowie Details mit w r eisser
Farbe; die Innenzeichnung auf derselben
mit Goldgelb. Campanisch? H. o’2Ö2.
Samml. Castellani. (4644.)
Zum Bauchbilde: In der Mitte Mänade nach
r. auf einem weissen Felsen sitzend, die L. erhoben,
umblickend nach einer zweiten M.. die
das 1. Bein äufstützt, in der erhobenen L. einen
spindelartigen Gegenstand, in der gesenkten R.
ein Tympanon. R. naht ein Silen, quer über
die Brust Band und Punktreihe, mit Thyrsos- J
stab heran.
Nr. 454. Kanne mit Kleeblattmündung und
überhöhtem Henkel. Vorn ein grosser j
Silenskopf mit Glatze und weissem j
Kranz. Unter dem Henkel Palmette, r.
und 1. davon grosse dicke Volutenranke
mit Palmetten- und Glockenblumenfüllung.
Auf der unteren Halshälfte Stabkyma.
Gelblicher Thon. Der Firniss
stellenweise bis zu goldbraunem Tone
verdünnt. H. o’223. Samml. Castellani.
(4647.)
Nr. 455. Ringkanne mit Bügelhenkel, wie
Taf. I, Nr. 36. Der Ausguss als ein Rehkopf
gestaltet; zwischen den Ohren desselben
eine Oeffnung zum Einfüllen der
Flüssigkeit. Auf den Aussenseiten des
Ringes wulstige Volutenranken mit Palmettenfüllung
in den Zwickeln. Hellgelber
Thon. H. o‘095, u. D. o - io3.
Samml. Castellani. (4684.)
Nr. 456. Deckelbüchse, cylindrisch, nach
unten sich verbreiternd; schwarz aufgemalter
laufender Hund auf der unteren
Hälfte der Büchse, an dem Rande und
auf der Oberseite des Deckels um den
Knopf herum. Hellröthlicher Thon. H.
o’iiö. Samml. Castellani. (4686.)
Nr. 467. Deckelbüchse, nach unten sich verjüngend,
mit zwei hochsitzenden Horizontalhenkeln;
der gewölbte Deckel bekrönt
von einem grossen Knopf mit
breitem überhängendem Rande. Auf der
Büchse Ä) eine sitzende weibliche Figur,
B) ein Frauenkopf mit hinten offener
Haube, unter den Henkeln steife Palmetten
zwischen aufsteigenden Volutenranken.
Auf dem Deckel gravirte Ranken
mit grossen w T eissen Epheu-Blättern und
Beeren. Der Firniss grau, metallisch
glänzend, vielfach zu braunem Tone
verdünnt, der Thon gelb, Details w r eiss.
Locale, wohl sicilische Fabrication; aus
Adernö in Sicilien, Geschenk des Prof.
W. Helbig. H. o’i8. (7588.)
Die weibliche Figur auf einem weissen
Felsen nach links sitzend, um den Unterleib
Mantel, der Oberleib nackt, mit Punktschnüren.
Auf der Hand ein Kästchen. Weisse Bänder,
Ball und Diptychon als Füllung.
Nr. 458. Deckelschale. Die Henkel mit zurückgebogenen
Enden. Auf dem Deckel
oben zwei Frauenköpfe in geschlossener
Haube mit weisser Stephane nach links,
zwischen steifen Palmetten mit weissen