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Full text: Die Sammlung antiker Vasen und Terracotten im K. K. Oesterreich. Museum

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I. Gefässe: B) Schwarzfigurige Gattungen. 
Locken, kurzem Chiton, Mantel, Flügelschu- I 
hen und Hut, legt die R. an den Hals eines 
Pferdes, in der L. Kerykeion. Die Pferde mit 
Blechen an den Zäumen. 
B) Weniger sorgfältig. Dionysos mit rothem [ 
Kranz und rothem Bart, in Chiton und Mantel, 
mit enggeschlossenen Beinen nach r. stehend, in 
der L. Kantharos, in der R. sich theilenden Zweig. 
R. und 1. je eine ruhig ihm zugewendet stehende 
Mänade, die zur R. in Chiton und auf den 
Schultern liegendem Mantel, ihm eine Blüthe 
überreichend, die zur L. umblickend, gehüllt in 
den auf die 1. Schulter geworfenen Mantel, aus 
dem sie nur die 1. Hand hervorstreckt. An den 
Enden ein Silen mit rothem Bait und rothem 
Stirnstreifen im Haare, der zur R. mit einer Locke, 
beide in lebhafter Bewegung, der zur R. nach 
aussen tanzend, der andere herankommend. 
— Unten eingekratzt. 
-• Gruppe: Hals und Schulter abset^end. Der 
Bauch gan\ gefirnisst bis auf :pvei ausge- j 
sparte Bildflächen. Auf dem Halse je drei 
verbundene Palmetten, die mittlere nach 
abwärts. 
Nr. 226. Amphora. Die Mündung konisch, der 
Fuss flach, mit ungefirnisstem Rande, 
die Henkel zweitheilig. A) Ringkampf 
des Peleus und der Thetis. B) Chiron 
und Nereus. Die Bilder oben abge 
schlossen durch Stäbchenkyma. Flüchtig. 
H. o - i98, U. o'36. Samml. Castellani. 
(4606.) 
A) Thetis in Chiton mit gravirten Falten 
und shawlartig um den Leib geschlungenem 
Mantel, nach r. eilend, den r. Arm ausgestreckt, 
während der 1., gegen den Kopf gebogen, das 
herabfallende rothe Haarband zu fassen scheint, 
wird im gewöhnlichen Schema von dem nackten 
Peleus,^ der ein weisses Wehrgehänge trägt, mit 
beiden ineinanderliegenden Händen umfasst. Auf 
seinem lang ausgestreckten r. Beine steht ein 
Löwe, ein zweiter springt mit eingeklemmtem 
Schweife nach Art eines Hundes an Thetis in 
die Höhe, beide brüllend. L. ein Palmbaum. 
Unter ihm und unter dem 1. Arme der Thetis 
Punkte statt Inschriften. 
B) Zu A) , gehörig. Weniger gut erhalten. 
Chiron, mit menschlichen Vorderbeinen, bärtig, 
auf die 1. Schulter shawlartig den Mantel 
geworfen, ruhig nach r. stehend, hält mit der 
nach rückwärts ausgestreckten R. und der er 
hobenen L. je eine Fackel (?); r. von ihm, nach 
ihm sich umdrehend, eine männliche Figur mit 
kahlem Vorderhaupt, in langem weissem Chiton 
und auf die 1. Schulter geworfenem Mantel, der 
mit der L. einen Stab aufstützt, die geöffnete 
R. zur Höhe des Kopfes erhebend. Beide als 
Zuschauer zur Scene auf A). L. von Chirons 
Kopf und 1. von Nereus Punkte als Nachahmung 
von Buchstaben. 
Brunn, Bulle», dell' Inst. 1865, p. 145. 
Graf, Jahrb. d. arch. Inst. I, p. 201, Nr. 13. 
3. Gruppe: Hals und Schulter von einander 
ab setzend, die Mündung echinusartig, der 
Fuss flach, die Henkel dreitheilig. Der Bauch 
ungefirnisst. Zu unterst dicke Strahlen mit 
dünner Spitze, darüber Mäander und Lotos 
knospenband (oder das letztere allein), die 
Bilder getrennt durch ein grosses Ornament 
mit vier offenen Palmetten und Lotosbliithen, 
nach oben abgeschlossen durch Stäbchenkyma ; 
auf dem Halse gegenständige Palmetten- und 
Lotosblüthenketle (Typus: Taf. III, Nr. 227). 
Nr. 227. Amphora (Taf. III). Ä) Dionysische 
Scene. B) Europa (?) auf dem Stier. 
Die Ornamente ohne Roth. H. o'435, 
U. o - 85. Samml. Castellani. (4597.) 
A) Dionysos, riesig gross, der Bart roth 
mit gravirtem Rande, rothcn Kranz im Haare, 
bekleidet mit dem Himation, das Unterleib und 
1. Schulter bedeckt, nach 1. gelagert mit aufgestützt 
gedachtem 1. Arm, in der R. Zweig mit Trauben. 
Auf ihn eilt mit grossen Schritten, den Kopf 
gesenkt, in den erhobenen Händen Krotalen, eine 
Mänade zu, in gegürtetem , oben sehr w'eitem Ge 
wände, ein Band im Haare, hinter ihr ein Silen 
mit rothem Streif im Haare und im Barte, der 
in die Hände klatscht. 
B) Aufeinem ruhig nach r. schreitenden Stiere 
mit weisser Schnauze und weissem Bauchstreifen 
sitzt nach Frauenart Europa (?) in gegürtetem 
Chiton und shawlartig auf die Schultern gelegtem 
und mit senkrechten Falten herunterfallendem 
Mantel (dessen Mitte statt im Nacken flüchtiger 
Weise vorne angegeben ist), den Kopf gesenkt, 
die L. nach vorne ausgestreckt, die R. nach rück 
wärts gesenkt. Die 1. Hand erscheint zweimal, ein 
mal in der Seiten-und einmal in der Vorderansicht, 
indem sich die Malerei in der weissen Deckfarbe 
nicht mit der in F’irniss deckt. R. hockt in Vorder 
ansicht mit nach 1. gewendetem Kopf ein Silen 
wie auf A). der mit der R. dem Stiere unter das 
Kinn greift. Zweige als Füllung. Die Gewänder 
auf A) und B) mit rothen Tupfen. — Unten 
eingekratzt. 
Nr. 228. Amphora. A) Herakles im Ama 
zonenkampfe. B) Dionysisch. Unten, 
zwischen den Strahlen und dem Lotos 
knospenband, Mäander. Die Oberfläche 
durch Feuchtigkeit stark angegriffen, das 
Weiss fast vollständig verschwunden. 
H. o - 47, U. o - 99. Samml. Castellani. 
(4597-) 
A) Letzte Ausbildung des in der schwarzfigu 
rigen Malerei gebräuchlichen Typus (vgl. Fig. 17). 
Eine Amazone liegt schon zu Füssen des Herakles, 
auf dem 1. Knie, den Kopf umwendend, mit der 
L. den Schild (Z. Stierkopf) in Seitenansicht auf 
stützend, in der R. wagrecht die Lanze. Herakles, 
den Kopf bedeckt mit dem Löwenfell, das auf der 
Brust geknotet und auf den im Ellbogen vorge 
streckten 1. Arm als Schild gezogen ist, Schwert 
am Gehänge, im Rücken Köcher mit langem, 
zweitheiligem Deckel und aufgebundenem Bogen,
	        
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