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MAK

Full text : Die Sammlung antiker Vasen und Terracotten im K. K. Oesterreich. Museum

Attisch.

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Nr.  335.  Pelike,  wie  die  vorhergehende.  Auf
den  beiden  Seiten  zwei  zusammengehörige ­
  Genrebilder:  Ä)  Ein  alter  Fischer
mit  seinem  Sohne  beim  Fischfänge,
B)  Ein  Fischerjunge  mit  dem  Fange
zum  Verkaufe  in  die  Stadt  eilend.  Darüber, ­
  in  der  Höhe  des  oberen  Ansatzes
der  Henkel  Kante  von  sog.  Eierstab,
am  untern  Ansätze  der  Henkel  von  einer
Ranke  überwölbte  Palmette  nach  abwärts. ­
  Strenger  Stil.  Innenzeichnung
vielfach  abgerieben.  H.  0^17,  U.  o’4i.
Samml.  Castellani.  (4638.)
Jede  Figur  auf  gesondertem  Terrain.  A)  Ein
bärtiger  Fischer  kauert,  die  Beine  an  die  Brust
gezogen,  auf  einem  Felsen,  in  der  L.  Korb  mit
Bügelhenkel,  in  der  R.  Angelruthe,  an  der  er
einen  Fisch  in  die  Höhe  zieht.  Zwei  andere
Fische  in  der  Tiefe.  Ihm  gegenüber,  auf  dem
festen  Lande,  ein  Knabe  in  die  Tiefe  blickend
und  mit  der  nach  abwärts  ausgestreckten  R.
auf  den  Fang  deutend,  mit  der  L.  Korb  an
einem  Tragstocke  schulternd.  B)  Junge  nach  r.
laufend,  auf  der  1.  Schulter  Tragstock,  an  dem
vorne  und  rückwärts  ein  Korb  hängt,  die  R.
nach  rückwärts  ausgestreckt.  Hinter  ihm  als
Andeutung  der  Stadtgrenze  eine  ithyphallische
Dionysosherme  mit  spitzem  Barte,  das  Haar
mit  einem  Bande  umgeben  und  als  langer  am
unteren  Ende  zusammengebundener  Zopf  in  den
Nacken  fallend.  Am  seitlichen  Hermenzapfen  ein
Kranz.  Die  Fischer  in  kurzem  Mantel,  der  bei
dem  Alten  um  den  Leib  geschlungen,  bei  den
Jungen  auf  die  Schulter  geworfen  ist,  und  hohen
Filzmützen,  der  Junge  auf  B)  in  Bundschuhen.
Die  Angen  noch  schmal,  innen  offen.
Abgeb.  Archäol.-epigraph.  Mitth.  III,  Taf.  III,
p.  25  fr.  (R.  Schneider);  Schreiber,  Kulturhist.
Bilderatlas  LXIV  1  und  3.  —  Brunn,  Bullett.
dell’  Inst.  1865,  p.  217.  Löschcke,  Mitth.  d.  arch.
Inst,  in  Athen  IV,  p.  305  Anm.  1.
Nr.  336.  Pelike  des  Hermonax.  Von  schlankeren ­
  Verhältnissen  als  die  vorhergehenden, ­
  die  Henkel  flach  und  breit.  Der
Fussrand  unten  ungefirnisst.  Ein  Deckel
mit  eiförmigem  Knopf  wahrscheinlich
zugehörig.  Auf  dem  Bauche  rund  herumund
  über  die  Henkel  hinweglaufende,  einheitliche ­
  Darstellung:  Oedipus  das  Räthsel
  der  Sphinx  lösend.  Unter  den  Figuren
umlaufender  Mäander,  über  den  Figuren
in  Höhe  des  oberen  Henkelansatzes
Stabkyma  und  Streifen  mit  schrägliegenden ­
  Palmettenpaaren  (wie  bei  Lau-Brunn,
  die  griech.  Vasen  Taf.  XXX  1).
Um  den  Deckelknopf  Stabkymarosette.
Vom  Ende  des  strengen  Stiles.  Vollkommen ­
  intakt.  H.  0.39,  sammt  Deckel
o'48,  U.  o'82.  Samml.  Castellani.  (4627.)
ln  der  Mitte  der  Vorderseite  eine  jonische
Säule.  Darauf  eine  kleine  in  das  Ornament  hineinreichende ­

  Sphinx,  in  dem  hinten  aufgebundenen
Haare  eine  vorne  mit  Blättern  besetzte  Stephane,
auf  den  Hinterbeinen  sitzend,  die  Vorderbeine
aufstemmend.  Mit  ihrer  steifen  Haltung  und
dem  geradaus  gerichteten  Kopf  macht  sie  den
Eindruck  des  Leblosen,  Statuarischen.  Um  sie
11  Personen  —  Männer  und  Jünglinge  —-  versammelt, ­
  von  denen  die  Meisten  auf  sie  blicken.
R.  und  1.  zunächst  eine  symmetrische  Gruppe:
Je  ein  Mann  auf  einem  Steinsitze,  hinter  ihnen
r.  Oedipus,  1.  ein  Jüngling,  beide  in  gleichem
hieronischem  Standmotiv.  R.  ist  ein  5.  auf  einem
Steinsitze  mit  Rückenlehne  eingeschoben.  Es
folgen  1.  ein  Mann,  r.  ein  Jüngling,  die  mit  den
Oberleibern  auf  die  Henkel  gemalt  sind,  und  auf
der  Rückseite  4  Figuren  (ein  Jüngling  und  drei
Männer),  von  denen  eine  sich  nach  links,  drei
nach  r.  anschliessen.  Der  unmittelbar  vor  der
Sphinx  Stehende  ist  von  den  übrigen,  welche
um  den  Leib  geworfene  Mäntel  und  Stöcke
tragen,  durch  Reisetracht  —  auf  der  r.  Schulter
zusammengehaltene  Chlamys,  im  Nacken  hängenden ­
  Petasos  und  hohe  Stiefel  —  sowie  durch
Bewaffnung  —  Schwert  und  zwei  Speere,  auf
die  er  sich  stützt  —  streng  unterschieden  und
als  Oedipus  charakterisirt.  Zwischen  ihm  und
der  Sphinx
HEPMONA+1
EARA4UEN
Geistlose  Figurenaneinanderreihung.  Ueberschlanke,
  steife  Gestalten,  sämmtlich  noch  in
dem  Standschema  des  strengen  Stiles,  speciell
des  Hieron.  Die  Gewandbehandlung  ebenfalls
wie  bei  diesem.  Ein  dem  Hermonax  eigenthümliches,
  dreimal  wiederkehrendes  Motiv  ist  der
über  einen  gebogenen  Unterarm  lang  herabfallende ­
  dreieckige  Mantelzipfel  (vgl.  die  sicher
von  Hermonax  herrührende  Pelike  in  den  Monumenti
  ined.  dell’  Inst.  VI  und  VII,  tav.  XX).
Die  Augen  zeigen  schon  entwickelte  Profilstellung, ­
  aber  keine  Lidstriche.  Die  Kopfhaare  am
inneren  Rande  schon  in  längere  Zipfel  in  verdünntem ­
  Firniss  aufgelöst,  ebenso  die  Barthaare
in  sechs  gegen  zwei  Fällen,  wo  sie  noch  eine
geschlossene  Masse  bilden.  Innenzeichnung  mit
verdünntem  Firniss.  Die  Contouren  ohne  Relieflinien. ­
  Die  Vorzeichnung  eingedrückt.
Abgeb.  Monumenti  ined.  dell’  Inst.  VIII,
-_lav.  XLY;  Wiener  Vorlegeblätter  1889,  Taf.
VIII,  Nr.  10.  —  Brunn,  Bullett.  dell’  Inst.  1865,
p.  215.  Heydemann,  Annali  dell’  Inst.  1867,
p.  374  ff.  Klein,  Vasen  mit  Meistersignaturen 2
p.  201,  n.  5.  Winter,  Die  jüngeren  attischen
Vasen  p.  22  f.  —
Nr.  337.  Pelike,  wie  die  vorhergehende,  nur
etwas  gedrungener,  der  Fussrand  ungefirnisst. ­
  Auf  Mäanderkante  je  eine
Figur  zwischen  aufsteigenden  Volutenranken: ­
  Ä)  Nackte  Frau  bei  der  Toilette, ­
  B)  Hüpfender  Satyr.  Auf  dem
Halse  Lorbeerkranz.  Schöner  Stil.  H.
o’2,  U.  o’49-  Aus  Ruvo,  1873  erworben.
(524.)
A)  Nackt  bis  auf  ein  rückwärts  sich  verbreiterndes ­
  Band  im  aufgenommenen  Haar,
Hals-  und  Armband,  Schnürchen  um  den  r.

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