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MAK

Full text : Die Sammlung antiker Vasen und Terracotten im K. K. Oesterreich. Museum

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I.  Gefässe:  C)  Mit  rothen  Figuren.

Oberschenkel  und  Schuhe;  in  Vorderansicht
stehend,  das  1.  Standbein  im  Profil,  das  ri  Spielbein ­
  in  Vorderansicht,  die  1.  Hüfte  ausgeschwungen, ­
  streckt  sie  beide  Arme  aus,  den  1.  mit  der
Handfläche  nach  oben,  den  r.  mit  einem  Spiegel;
der  Kopf  folgt  der  Bewegung  des  ersteren.
Neben  ihr  liegt  auf  einem  Pflock  ein  Gewand.
Rechts  oben  ein  Ball.
ß)  Satyr  in  hohen  Stiefeln  nach  r.  hüpfend,
das  1.  Bein  hoch  erhoben,  die  L.  nach  vorne
ausgestreckt  mit  dem  Handteller  nach  oben,
die  R.  nach  rückwärts  mit  einem  Kranz.  Voran  ein
Vogel  fliegend.  —  Leichte,  gefällige  Zeichnung.
Nr.  338.  Sog.  Stamnos  oder  Olla  wie  Taf.
VII,  Nr.  339,  jedoch  noch  von  gedrungenen ­
  und  strengen  Verhältnissen,  der
Bauch  mehr  dem  Rund  sich  nähernd,
die  Einziehung  nach  unten  nicht  geschweift, ­
  der  Mündungsrand  dickwulstig,
die  Henkel  stark  und  flach.  Ueber  umlaufendem ­
  Band  von  abwechselnd  zwei
Mäandergliedern  und  Kreuz  A)  Hermes
den  Argos  tödtend,  B)  Drei  Mantelfiguren. ­
  Auf  der  Schulter  umlaufendes
Stäbchenkyma.  Der  Firniss  namentlich
bei  B)  nicht  genügend  dicht  aufgetragen
und  gebrannt.  Strenger  Stil.  Aus  Stücken
zusammengesetzt.  H.  o'3.  Samml.  Castellani.
  (4629.)
A)  Hermes,  bärtig,  mit  langen  Locken,  kurzem
gegürtetem  Chiton,  Chlamys,  Flügelschuhen,  Hut
mit  r.  Tragbande  und  r.  Schwertgehänge,  in
grossen  Schritten  nach  r.  eilend,  in  der  R.  das
Schwert  zum  Stosse  bereit;  mit  der  L.  fasst  er
den  mächtigen  Bart  des  Argos  (APA  O  S)  ,  der
in  Vorderansicht  auf  das  1.  Knie  gesunken  ist,
das  r.  Bein  weit  ausgestreckt,  und  mit  der  L.
sich  auf  den  Boden  aufstützend  die  R.  ohne
Versuch  einer  Gegenwehr  in  die  Höhe  hebt.
Arme,  Beine,  Brust  und  Bauch  mit  Augen  bedeckt; ­
  das  Profil  des  Kopfes  ungriechisch,  die
starke  geschwungene  Braue  bis  zur  Nasenwurzel
reichend;  im  aufgenommenen  Haare  r.  Band.
Hinter  beiden  Figuren  steht  nach  r.  die  in  einen
grossen  Stier  (sic!)  verwandelte  Jo,  auf  ihrer
Stirne  ein  grosser  Fleck  mit  Haaren  in  verdünntem ­
  Firniss.  Vor  ihr  sitzt  auf  einem  mit
Polster  belegten  Klappstuhl  mit  nach  innen  gewendeten ­
  Thierfüssen  Zeus  in  jonischem  Chiton
und  Mantel,  r.  Kranz  im  aufgenommenen  Haare,  mit
der  L.  Scepter  aufstützend,  die  R.  beschwörend
erhoben.  Dieselbe  ist  mit  der  Stirne  des  Thieres
fast  parallel  und  ihr  viel  näher  als  auf  der  unten
angeführten,  mangelhaft  abgerollten  Zeichnung.
Ueber  dem  Rücken  der  Jo  KAI/O///  und  unmittelbar ­
  an  das  Horn  anschliessend  AAMA
(Aaponp.  Unter  den  Henkeln  und  zwischen  ihnen
durch  1.  ein  Oelbaum,  r.  eine  Palme,  hinter  der
ein  Reh  nach  aussen  steht.  Die  bogenförmigen
Linien  am  oberen  Rande  der  Abbildung  sind
nichts  anderes  als  eine  unverständliche  Andeu
tung  des  abschliessenden  Stäbchenkymas,
B)  Stark  abgerieben.  Flüchtiger  als  die
Vorderseite.  L.  ein  Jüngling  im  Mäntel,  unter

dem  die  L.  gesenkt  ist;  mit  der  R.  überreicht
er  einem  kleineren  Knaben  im  Mantel,  der  mit
der  L.  eine  lange  Stange  schultert,  einen  Hasen.
Zwischen  ihnen  ein  Diptychon  aufgehängt.  R.
ein  bärtiger  Mann  in  Rückenansicht,  bis  an  das
Kinn  in  den  Mantel  gehüllt,  unter  dem  die
Arme  unschön  in  die  Hüften  gestemmt  sind,
mit  der  L.  Knotenstock  aufstützend.
Sorgfältige,  jedoch  steife  Zeichnung.  Reliefconturen.
  Die  Relieflinien  der  Innenzeichnung
stellenweise  von  breiteren  Pinselstrichen  in  verdünntem ­
  Firniss  begleitet.  —  Unten  eingekratzt.
Abgeb.  Annali  delt’  Inst.  1865,  tav.  d’  agg.
1  K.  p.  147  ff.  (Schöne)  —  Brunn,  Bullett.  dell’
Inst.  1865,  p.  215.  Engelmann,  de  Jone  p.  21.
Overbeck,  Kunstmythologie  II  1,  p.  28  und  477.
Wernicke,  die  griech.  Vasen  mit  Lieblingsnamen
p.  69.  Klein,  Vasen  mit  Lieblingsinschriften  p.  66.
Nr.  339.  Sog.  Stamnos  oder  Olla  (Taf.  VII),
Getrennt  durch  grosses,  um  die  Henkel
gelegtes  Palmettenornament:  A)  Boreas
die  Oreithyia  verfolgend,  B)  Poseidon
und  Amphitrite.  Unten  durch  umlaufendes ­
  Band  von  Mäandergliedern  und
Kreuzen,  oben  durch  Stäbchenkyma  abgeschlossen. ­
  An  der  Lippe  und  um  die
Henkelansätze  Kyma  von  sog.  Eierstab.
Der  Fussrand  ungefirnisst.  Uebergangszeit
  zum  schönen  Stil.  Aus  Stücken  zusammengesetzt. ­
  Ein  Henkel  im  Alterthume
  restaurirt.  H.  o - 36.  Samml.  Castellani.
  (4628.)
A)  Die  Köpfe  sehr  abgerieben,  die  Innenzeichnung ­
  vielfach  abgesprungen.  Boreas,  mit
struppigem  Haar  und  Bart,  ungriechischem
Profil  und  Klotzauge,  in  kurzem  gegürtetem
Chiton  und  Flügelschuhen,  im  stürmischen
Laufe  nach  rechts,  fasst  die  nach  ihm  umblickende
Oreithyia  mit  der  L  im  Rücken,  mit  der  R.
am  r.  Oberarm.  Sie  trägt  Chiton  mit  herabhängendem ­
  Bausch  und  Ueberfall,  Diadem,  Ohrring ­
  mit  Gehänge  und  in  den  Nacken  herabfallendes, ­
  an  den  Enden  aufgenommenes  Haar.
ß)  Poseidon,  nach  1.  stehend,  bärtig,  im
aufgenommenen  Haare  ausgesparten  Kranz,  hinter
dem  Ohre  eine  Locke,  in  Chiton  und  Mantel
mit  Randstreifen,  in  der  gesenkten  L.  einen
Delphin,  an  die  Schulter  Dreizack  gelehnt,  die
R.  mit  geöffneten  Fingern  erhoben;  ihm  gegenüber ­
  steht  Amphitrite  mit  jonischem  Chiton,
Mantel,  Haube  und  Ohrgehänge,  die  mit  der
L.  bei  ausgestrecktem  Zeigefinger  ein  blumenbekröntes ­
  Scepter  aufstützt,  in  der  R.  eine
Metallschale  bereit  hält  An  den  Chitonen  der
Beiden  unten  gebrochene  Streifen.
Das  Auge  auf  A)  und  ß)  noch  mandelförmig ­
  schmal,  seitlich  offen,  der  schwarze  Augapfel ­
  gegen  den  inneren  Winkel  gestellt,  bei
Pos.  mit  Ober-  und  Unterlidstrich.  Die  Ausführung'handwerksmässig,
  vgl.  z.  B.  die  hölzerne
r.  Hand  der  Or.;  die  Contouren  nicht  mehr  mit
Relieflinien  umzogen.  Eingedrückte  Vorzeichnung. ­

Henkelornament:  Rankengewinde  mit  schief
gestellten  Palmetten,  von  dem  Blüthen  mit
            
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