Kollektion von Arbeiten vor die Wiener Öffentlichkeit, verblüffte,
entzückte und weckte, wie jede ungewöhnliche Erscheinung, natür*
lieh auch Widerspruch, war aber fortan nicht mehr zu übersehen
und hinterließ bei jedermann die Erwartung einer zweifellos sehr
interessanten Entwicklung. Und sie wäre sicherlich auch für
unser gesamtes Kunstleben von größter Bedeutung geworden,
hätte es ein unerbittlidies Geschick nicht anders beschlossen.
Wieder rüsten wir jetzt im Österreichischen Museum zu einer
Ausstellung, die zugleich Totenfeier und Fest der Lebenden
werden soll, wieder gilt es in einem Ehrenraume eines dahin*
gegangenen Künstlers Werk pietätvoll aufzubahren. Und dies*
mal ist s unfaßlicherweise Dagobert Peche, den wir betrauern, eine
der Hoffnungen unseres Kunstgewerbes, die, ehe sie noch recht
Gegenwart geworden, heute schon ins Reich des Vergangenen
hinabsinkt. Wunderbar fruchtbar ist die österreichische Erde an
genialen Menschen, aber furchtbar hart läßt sie sie ihr Genie
entgelten und reißt sie nur zu oft vor der Vollendung wieder
in den mütterlichen Schoß zurück. Das haben in unserer Zeit kurz
nacheinander Schiele, Lendecke und nun auch Peche erfahren müssen.
Denn so sonnig uns des Letzteren Kunst jederzeit anmutet, sein
„Erdenwallen" entbehrte keineswegs so manchen tiefen Schattens.
Dagobert Peche wurde als zweiter Sohn des Notars Heinrich
Peche und seiner Gattin Ernestine, geb. Kainrath, am 3. April 1887
zu St. Michael im Salzburgischen geboren. Sein Künstlertum,
seine „Frohnatur, die Lust zu fabulieren", ist mütterliches Erbteil,
doch fehlt es auch in väterlicher Linie nicht an künstlerischen
Begabungen ,• noch unvergessen ist die Burgschauspielerin Therese
Peche, deren Züge uns eine Lithographie Kriehubers überliefert
hat. Im frühen Kindesalter kam Dagobert nach Oberndorf an
der Salzach und erinnerte sich noch später des nachhaltigen
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