MAK

Full text: Ausstellung von Arbeiten des modernen österreichischen Kunsthandwerks

zwar noch nicht auf die Höhe der Vollreife geführt hatte, aber 
doch schon ein äußerst beachtenswertes Niveau repräsentierte. In 
der „Kunstschau 1921", die in den wenig günstigen Räumen des 
Oberstodcs des Künstlerhauses stattfand, war unser Künstler nur 
mit Handzeichnungen, einigen Textilien und Metallarbeiten ~ 
darunter dem schönen, in Silber ausgeführten Ehrengeschenk zum 
fünfzigsten Geburtstag Josef Hoffmanns — vertreten, dagegen bot 
die Münchener „Deutsche Gewerbesdiau 1922" Gelegenheit, nebst 
so manchen neueren Arbeiten Peches auch seine bei Flammers* 
heim '© Steinmann in Köhl gedruckten herrlichen Tapeten zu 
bewundern, die er während eines zweimonatigen Aufenthaltes in 
Köln im Jahre 1921 entworfen hatte und die berufen schienen, die 
gesamte Tapetenindustrie zu revolutionieren. Diese Tapeten ge* 
hören, abgesehen von einer für Herrn W. Gartenberg bestimmten, 
bis ins kleinsteDetail stilvollen Wohnungseinrichtung,derenGIanz= 
punht das berühmte Speisezimmer mit den rosafarbenen Tapeten 
und chinesischen Wandmalereien bildet, zu Peches letzten aus* 
geführten Arbeiten. Denn als er im Juli 1922 zur „Deutschen 
Gewerbeschau" nach München fuhr, um die im österreichischen 
„Edelraum" nach seinen Angaben eingerichteten Vitrinen der 
„Wiener Werkstätte" in Augenschein zu nehmen, war er bereits 
ein todgeweihter Mann. Wahrscheinlich hatte er sich den Keim zu 
dem tückischen Leiden, dessen Opfer er nur zu bald werden sollte, 
in jenem feuchten und baufälligen Hause zu Ober»St.»Veit geholt, 
in welchem ihm nach seiner Rückkehr aus der Schweiz vom Mietamt 
eine Wohnung zugewiesen worden war. Es klingt unglaublich, 
aber photographische Aufnahmen im Besitze der Witwe lassen 
keinen Zweifel daran, daß Peche in einem Zimmer schlafen mußte, 
dessen Fußboden infolge Morschheit der Balken teilweise einge» 
stürzt war. Der Künstler, der für andere die luxuriösesten Wohn* 
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