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MAK

Full text : Ausstellung von Arbeiten des modernen österreichischen Kunsthandwerks

räume  erdachte,  konnte  für  sich  und  seine  Familie  in  ganz  Wien
kein  halbwegs  menschenmögliches  Obdach  auftreiben!  Die  Fieber»
anfälle,  die  den  anscheinend  so  kräftigen  Körper  Peches  anfänglich
nur  sporadisch  heimgesucht  und  ihm  immer  wieder  die  Möglich»
keit  zu  vorübergehender  Wiederaufnahme  seiner  künstlerischen
Arbeiten  gegeben  hatten,  mehrten  sich  im  Laufe  des  Jahres  1922
in  erschreckendem.Maße  und  bannten  schließlich  den  unglücklichen
jungen  Künstler,  der  sich  noch  zu  allerletzt  mit  Inszenierungs»
entwürfen  für  das  Richard  Straußsche  Ballett  „Schlagobers"  be»
faßte,  ständig  ans  Bett,  Es  fruchtete  nichts  mehr,  daß  fürsorgliche
Freunde  aus  dem  Kreise  der  „Wiener  Werkstätte"  mit  den  Mitteln,
die  Architekt  Joseph  Urban  in  New  York  zur  Verfügung  gestellt
hatte,  um  die  Jahreswende  ein  nettes  kleines  Haus  in  Mödling  für
ihn  erwarben.  Er  bezog  das  neue  Heim  nur,  um  darin  zu  sterben.
Am  16.  April  1923,  wenige  Tage  nach  seinem  36.  Geburtstage,
ging  er  aus  diesem  Leben,  seine  irdische  Hülle  wurde  am  20.  April
auf  dem  Hietzinger  Friedhof,  wo  auch  Gustav  Klimt  ruht,  zur  Erde
bestattet.
Es  wäre  müßig,  darüber  nachzusinnen,  was  Dagobert  Peche
der  Welt  noch  geschenkt  hätte,  wenn  ihm  eine  längere  Lebens»
Wanderung  vergönnt  gewesen  wäre.  Sicherlich  hatte  er  noch  un*
endlich  viel  zu  sagen,  war  sein  Stil  noch  durchaus  des  Aus»
reifens  fähig.  Allein  auch  in  der  kurzen  Frist,  während  welcher
er  unter  uns  geweilt,  hat  er  eine  wichtige  Mission  erfüllt.  Die
Ideen  Josef  Hoffmanns  ins  Romantische  steigernd,  hat  er  dem
Kunstgewerbe,  das  nicht  in  der  Nüchternheit  der  Zweckform
versinken  darf,  in  einem  entscheidenden  Moment  den  abso»
luten  Formwillen  des  Künstlers  entgegengehalten,  hat  die  frei»
schöpferische  Phantasie  wieder  in  ihre  Rechte  eingesetzt  und  hat
vor  allen  Dingen  bei  jeder  Gelegenheit  Freude  gepredigt,  Freude

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