reichs offenbar die Notwendigkeit zu eigenständigen Unternehmen
mit entsprechender Produktion.
Der mit MADE IN AUSTRIA oder AUSTRIA bezeichnete Christbaumschmuck
stammt wohl in überwiegender Zahl aus der Zeit
ab 1920 (bis heute?) und wurden von bestimmten Firmen
dominiert. Eine der herausragendsten war wohl
DIE CHRISTBAUMSCHMUCK-FIRMA EGGELING IN TRAISMAUER
UND WIEN
Anfang der zwanziger Jahre wurde die Firma „Deutsch-österreichische
Christbaumschmuckfabrik J. Eggeling“ in Traismauer
gegründet. Die erste Eintragung im Compaß führt den
Inhaber Josef Eggeling und 50 Arbeiter an (Compaß IV/1924,
S. 1802), 1925 nur mehr 20-30 Arbeiter (Compaß IV/1925,
S. 1716); diese Zahl bleibt bis 1945 in derselben Quelle unverändert.
Der Firmenname ist von 1924 bis 1944 nachweisbar (Industrie-Compaß
Österreich, 1924-1944). Dann firmiert das
Unternehmen als „Oesterreichische Christbaumschmuckfabrik“
(Compaß 78/1945, S. 1486).
Im Jahre 1950 wurde im Wiener Handelsregister die Firma
„Franz Eggeling & Co., Leonische Drahtindustrie u. Christbaumschmuckfabrik“
als Offene Handelsgesellschaft mit den
Gesellschaftern Franz Eggeling, Wien, und Anna Eggeling,
Traismauer, eingetragen (HR A 14088). Auf der Wiener Messe
1953 stellten zwei Firmen mit dem Namen Eggeling aus (Kat.
Wiener Messe 1953, S. 0159);
Eggeling Franz & Co., Leonische Drahtindustrie und Christbaumschmuckfabrik,
Wien III, Hintere Zollamtsstraße 17. WV.:
Leonische Waren
Eggeling J. & Co., Österreichische Christbaumschmuckfabrik,
Traismauer, N. Ö., Zweiggeschäft: Wien III, Hintere Zollamtsstraße
17. W\/.: Christbaumschmuck
Offensichtlich war die Herstellung von Christbaumschmuck auf
die Fabrik in Traismauer und der Vertrieb auf das Wiener Unternehmen
konzentriert.
Im Jahre 1956 wurde der Firmenname in „Eggeling & Co.
O.H.G., Leonische Werke und Christbaumschmuckfabriken,
Wien“ geändert; als Gesellschafter traten Josef und Heinz Eggeling
ein. 1961 verließen Josef, Franz, Anna und Heinz Eggeling
die Firma; der Eintritt von Werner Schicht wird vermerkt,
und Franz Martin war offensichtlich nur 1961 für das Unternehmen
tätig. Als Gesellschafterin fungierte die Firma „Christbaumschmuckerzeugung-Verwaltungsgesellschaft
m. b. H.”; 1963
waren Wolfgang Zipser und Friedrich Lotz als Gesamtprokuristen
tätig.
Im Industrie-Compaß von 1963 ist in Traismauer die Firma Eggeling
& Co., OHG., Leonische Werke und Christbaumschmuckfabriken,
Filialfabrik. 100 Arb. genannt, ebenso mit
Standort Wien die Firma „Eggeling & Co. O.H.G., Leonische
Werke und Christbaumschmuckfabriken, III, Hintere Zollamtsstraße
17. Filialfabrik in Traismauer (N.Ö.), Komm.-Ges. Fa.
Christbaumschmuckerzeugung- Verwaltungs-ges. m.b.H., Wien
und 1 Komm. Pa Friedrich Lotz. 300 Arbeiter. Erz.: Leonische
Drähte und Gespinste, Lametta, Lahnbänder, Christbaumschmuck
aller Art. [Export] überallhin.“ (Compaß 94/1963,
S. 882, 897).
Zur selben Zeit wird die Firma „Eggeling & Co. O. H. G., Leonische
Werke und Christbaumschmuckfabriken“ im Wiener Handelsregister
eingetragen (HR A17836). Gesamtprokuristen waren
Friedrich Lotz und Wolfgang Zipser, Werner Schicht trat
1963 aus und Jean Pierre Jequier aus Genf in die Firma ein.
1964 fand wieder eine Änderung des Firmennamens in „Wiener
Christbaumschmuckfabrik Eggeling & Co.“ statt. 1966 erlosch
die Prokura von Lotz und Zipser wurde Einzelprokurist; im selben
Jahr trat Jequier aus und die Firma Barfiso Verwaltungs-A.G.,
Zürich, ein. Eine neuerliche Änderung des Firmennamens
erfolgte 1967 in „Wiener Christbaumschmuck Gesellschaft m.
b. H. & Co. KG“, Geschäftsinhaber war die „Christbaumschmuckgesellschaft
m. b. H., Wien“. 1969 erlosch die Prokura
von Zipser. Das traditionsreiche Wiener Unternehmen trat 1975
in Liquidation und wurde 1976 im Handelsregister gelöscht.
Bereits einige Jahre vorher hatte Wolfgang Zipser in Traismauer
eine Firma gegründet (wohl in Fortführung der alten
Christbaumschmuckfabrik) und stellte schon 1971 auf der Wiener
Messe aus (Kat. Wiener Messe 1971, S. 564):
Zipser Wolf gang, Advent- und Christbaum Decor, 3133 Traismauer,
Wiener Straße 44
Im Compaß wird als Erzeugungsprogramm „Christbaumschmuck,
Lametta, Lahnbänder“ angegeben (Compaß
101/1970, S. 1600); der letztgenannte Begriff wurde 1978/79
durch „Girlanden“ ersetzt (Compaß 109/1978-79, S. 1621). Im
Compaß von 1980/81 ist die Firma Zipser nicht mehr genannt.
Nach dem Zweiten Weltkrieg war Christbaumschmuck auf der
Wiener Messe von mehreren Firmen präsentiert worden. Im
Jahre 1953 finden sich in der Rubrik „Christbaumschmuck“ die
nachgenannten Unternehmen (Kat. Wiener Messe 1953,
S. 158):
Alpenländische Christbaumschmuckfabrik, J. Wratschko, Graz,
Kernstockgasse 11
Brauns Wilhelm, Christbaumschmuckfabrik, Wien III, Schwalbe
ngasse 12
Eggeling J. & Co., Österreichische Christbaumschmuckfabrik,
Traismauer, N.-Ö, Filiale: Wien III, Hintere Zollamtsstraße 17
Enderl Gabriel, Wien XVII, Hernalser Hauptstraße 24-26
Jablonex, Tschechslovakische A.G. für Export von Gablonzer
Waren, Jablonec n. N., Gottwaldova tr. 46
Lendvay Sigmund, Fabrik für Posamenten, Leonische Waren
und Uniformeffekten, Wien VII, Neubaugasse. Gold- und Silberspagat,
Lametta, Lahnbänder, Girlanden und Leonische
Waren aller Art
Witte Eduard, Wien VI, Linke Wienzeile 16
Im Jahre 1971 werden folgende Unternehmen genannt (Kat.
Wiener Messe 1971, S. 564)
Brauns Wilhelm KG., 1031 Wien III, Schwalbengasse 12
Federer Karl, 1070 Wien VII, Mariahilfer Straße 116
Leonische Fabrik der Ahrner Gesellschaft, 6135 Stans, Unterinntal,
Tirol; Verkaufsniederlassung: 1080 Wien VIII, Lerchenfelder
Straße 62
Zipser Wolfgang, Advent- und Christbaum Decor, 3133 Traismauer,
Wiener Straße 44
Zweifellos eine Firma mit bedeutender Produktion von Christbaumschmuck
ab den späten vierziger Jahren des 20. Jahrhunderts
war ein Grazer Unternehmen.
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