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Er besteht weitaus meistens aus neueren Schriftstücken vom 16.
Jahrhundert ab und wird wol, bei Fortschreiten der Actenordnung
gutenteils in dieser aufzugehen haben. Sein ältestes Stück ist die vom
Erzherzog Johann geschenkte Reichersberger Chronik vom 12.—13.
Jahrhundert. Auch in dieser Gruppe wird, wie bei den Urkunden, gestrebt
sie durch aussen liegendes, im Originale nicht erreichbares Materiale ab
schriftweise zu ergänzen. So ist in ihr eine Copie des Seckauer Verbrüde
rungsbuches von c. 1200 (Hofbibliothek zu Wien), eine solche des 2. bisher
unbekannten liationarium Stirie vom Ende des 13. Jahrhunderts (Reichs
archiv zu München), eine andere von Briefen Bischof Sixtus’ von Freising,
steiermärkische Güter des Bisthums betreffend, 1467—94 (Domcapitels-
Bibliothek zu München) u. s. w.
Die Aufstellung geht nicht nach Materien, sondern ist eine rein
numerische, wie die Handschriften zur Beschreibung eben an die Hand
kamen. Ebenso ist auch der Lauf ihres Inventarkataloges. Die innere
Verbindung und die Materiennachweise liefert das 7000—8000 Zettel
starke Register, geordnet nach dem Alphabete und geglidert nach Autoren,
örtlichen, persönlichen und sachlichen Betreffen.
4. Bilder, Karten und Pläne.
Die Sammlung von Bildern begreift die Ortsansichten, Porträts,
Ereigniss- und Costümbilder des Joanneums-Archives.
Die ersteren bilden die sogenannte historische Ortsbilder
sammlung, welche darauf berechnet ist, alle von ältester Zeit des
Druckes bis in unsere Tage veröffentlichten und auf Steiermark bezüg
lichen Ansichten von Gegenden und Orten oder ihrer Teile in sich auf-
zunemen.
Ihr Zweck ist, durch passende Aneinanderreihung der bildlichen
Darstellungen die Entwicklung oder den Verfall der einzelnen Oertlich-
keiten und ihrer Bauten übersichtlich zu veraugenscheinlichen.
Bei grösseren zeitlichen Zwischenräumen in der Reihenfolge einzel
ner Orte wird gesucht, durch Copirung von Oelbildern, welche in diese
zeitliche Lücke passen, den Uebergang herzustellen. Bei anderen Gele
genheiten wird durch Handzeiclmungen nachgeholfen.
Die Anlage dieser Gruppe datirt seit 1861; vor diesem Jahre waren
nur ganz wenige, zufällig erworbene und ungeordnete Stücke vorhanden
Jetzt beträgt sie 5337 Stücke, wie Tabelle XXL ausweist. Die jährlichen
Erwerbungen hierin, wie in den andern Fächern der ganzen Gruppe con-
statirt Tabelle XXH.