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Full text: Bericht über Zusammensetzung, Entwicklung, Bestand und Verwaltung des Steiermärk. Landesarchives zu Graz - vorgelegt bei Abgabe von Proben der Fachkataloge desselben zur Wiener Welt-Ausstellung von 1873

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Bildlich, nicht zeitlich genommen, ist das älteste Stück dieser Samm 
lung eine Ansicht von Kloster Voran, welche wol noch in das 13. oder 14. 
Jahrhundert zurückreicht; dann von Graz von c. 1565, von einem Frescoim 
Palazzo degli Uffizj in Florenz, dann von Kloster Neuberg, einem Altar 
blatte von 1569 in der Kirche daselbst entnommen. 
Das zeitlich, resp. der Erzeugung nach, älteste Stück ist ein Kupfer 
stich von Graz in 2 Blättern, von Georg Pehaiin, vom J. 1594. 
An diese Sammlung schliesst sich die sogenannte archäologische 
Sammlung d. h. der Aufnamen und Skizzen steiermärkischer Baudenk 
male, gearbeitet von den Landesarchäologen K. Haas und Job. Gradt in 
den Jahren 1858—70. Mit wenigen photographischen Ausnamen enthalten 
sie nur Handzeichnungen, welche die mittelalterlichen religiösen und 
Profanhauten des Landes, ihre Teile, Details u. s. w. betreffen. 
Sie umfasst 89 Oertlichkeiten mit 1318 St. Zeichnungen. Zu ihr 
gehören noch 17 Skizzenbücher und Päcke schriftlicher Notizen, ferner 
eine kleine Partie von 62 dem Archive selbstständig zugewachsenen 
archäologischen Darstellungen. Ihren Specialausweis gibt Tabelle XXIII. 
Bereits vor 1861 in reichem Masstabe vertreten war die P o r t r ä t s- 
sammlung, nur hat ihr Inhalt keine specifisch steirische, sondern eine 
allgemeine Richtung, welch’ Letztere übrigens absichtlich nicht mehr fort 
gesetzt wird. Den Gesammtstand weist Tabelle XXiy. nach. 
Der Ansicht en von Ereignissen sind sehr wenige. Auch 
gehen sie über das 18. Jahrhundert nicht zurück. 
Nicht minder klein, wenn auch hin und wider durch hübsche 
Darstellungen vertreten, ist die Sammlung von Costümbildern. Ihr 
ältestes Stück ist ein Hofgalla-Costüm des 16. Jahrhunderts in Holzschnitt 
und Farbendruck. 
Die Sammlung der Karten, selbsverständlich nur steierischen 
Boden betreffend, datirt ebenfalls zumeist aus den letzten Jahren. Sie 
begreift 110 Stücke. Die älteste gedruckte stammt aus der zweiten Hälfte 
des 16. Jahrhunderts und ist auf Pergament; zeitlich folgen ihr 2 Varianten 
der grossen Vischerischen Karte des Landes von IG78, und endlich eine 
Handzeichnung des berümten Geographen G M. Vischer, eine Darstellung 
der Grenze zwischen Oesterreich und Steiermark um den Semmering 
enthaltend, von 1681. 
Die Zahl der Pläne ist 591 Stücke und begreifen diese sowol 
einzelne Städte und Orte, projectirte Befestigungen, Kirchen-, Klöster-, 
Paläste- und Häuserbauten oder Restaurationen. Sie gehören, mit Aus 
name der Festungspläne (Copien der Originale des 16. Jahrhunderts in 
der Hofbibliothek zu Wien), durchaus dem 18.—19. Jahrhundert an.
	        
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