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Full text: Bericht über Zusammensetzung, Entwicklung, Bestand und Verwaltung des Steiermärk. Landesarchives zu Graz - vorgelegt bei Abgabe von Proben der Fachkataloge desselben zur Wiener Welt-Ausstellung von 1873

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1. Urkunden. 
Deren sind nach dem Obgesagten Originale und Abschriften. 
Ihr Gesammtstand beziffert sich auf 50.454 Stücke, davon 31,052 
Originale und 19.402 Copien. Sie beginnen dem Zeitlaufe nach vom 
Jahre 811. Das älteste Original ist von König Karlmann für Kloster 
Oetting und datirt von 877. 
Sie bilden eine einzige, nach der Chronologie geordnete Hauptreihe, 
deren Inventare in den Regesten und deren genaue Fürer durch das 
Detail des Inhaltes in den Registern gegeben sind. 
Neben dieser Hauptreihe besteht eine Reihe von Originalen unter der 
Bezeichnung „Diplom e“. Sie begreift im Wesentlichen Adels- u. Wappen 
briefe, und ähnliche rein persönliche, auf Stand und Würden bezügliche 
Documente, meist in grosser äusserer Form. Eben letzterer wegen 
war man veranlasst auch andere, eigentlich der Hauptreihe ange- 
hörige Urkunden ihr einzufügen, welche in den hierin üblichen Behältern 
nicht wol unterzubringen waren. Die Gesammtzal beläuft sich auf 408; 
die gegenständliche Gliderung gibt Tabelle II. 
Eine weitere hieher gehörige Sammlung ist die der Stammbäume 
undAdelsproben. Sie zählt 74 Stücke vom 17. Jahrhundert an, 
in ihren Deductionen zuweilen bis ins 11. Jahrhundert zurückgehend. 
In der jetzt sogenannten „Wartinge rischen Sammlung“ 
ist vormals eine Sammlung von Urkunden aller Zweige, von Stammbäumen 
u. s. w. in Abschriften begründet worden. Sie soll jedoch, wie die gegen 
wärtige Archivsbearbeitung vorrückt, in den eben erwänten Reihen 
allmälig aufgehen. 
Diese Documente sind seit 1812 geschenk-, kauf-, tausch- oder 
depositenweise, wie alle übrigen Sammelstoffe, vom Archive erworben 
worden. 
Der Fortschritt des Anwachses ist alljährlich, nur leider nicht in stets 
gleicher Weise, in den „Jahresberichten“ des Joanneums dargestellt. Es ist 
absolut unthunlich, ausjhnen von 1812 an') für alle Erwerbungsgruppen und 
jeweilig für die Jahrhunderte annähernd genaue statistische Nachweise zu 
liefern und muss man sich darauf beschränken, dieses Princip nur 
für dieZeit von 1861 ab zur Anschauung zu bringen. 
Aus den für die letzten 12 Jahre hierbeigegebenen Tabellen HL—XVITT 
mag man die Summe der Erwerbungen dieser Periode ersehen, ihre Vertei 
lung auf die einzelnen Gruppen der Originale und Copien, sodann der nur 
im Archive, der auswärts über Auftrag und der auf Amtsreisen gefertigten 
*) Die Ausweise bis 1860 sind zumeist nur mit ganz beiläufiger Zal- und Zeit 
angabe der Documente gearbeitet; Erwerbungsacten und Protokolle feien gänzlich.
	        
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