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Full text: Wiener Porzellan aus der Manufaktur Du Paquiers

dem Stiel des Gefäßes gemeinsam auftreten (Abb. n). Oder zwischen 
die unterglasurblauen Randfelder mischen sieb Kartuschen mit Laub 
und Bandwerkdekor (Abb. 12). Schließlich kann sich die An 
näherung so weit vollziehen, daß alle ornamentalen Details ost 
asiatische Übernahmen sind. Bei dem vom Jahre 1732 datierten 
Teller ist dies der Fall (Abb. 13). 
Die gekennzeichneten Wiener Chinoiserien vereinigen sich alle im 
Dekor der Porzellane für das Zimmer aus dem Palais Dubsky. 
Viele hundert kleine, runde und eckige Porzellanblättchen mit 
Blütenzweigen und Felswerk sind in der braunen Eichenholzver 
täfelung, den Rahmungen und in den Möbelstücken eingesetzt. Große 
und kleine buntbemalte Gefäße, wie leuchtende Glanzpunkte um 
die Spiegelflächen oder im vergoldeten Rahmenwerk des oberen 
Wandabschlusses angeordnet, ergeben eine effektvolle und rhythmisch 
gegliederte Begrenzung (Abb. 15). Zusammen mit den zahlreichen 
mit Architekturchinoiserien bemalten Wandleuchtern vor gelbseidenen 
Wandtapeten und den bizarren plastischen Gebilden, die als Lüster 
von der Decke hängen, sind sie eine eindrucksvolle Darstellung des 
Überschwanges der Porzellanbegeisterung im 18. Jahrhundert 
(Abb. 14). Nur mehr räumliches Dekorationselement, hat hier das 
Porzellan seine praktische Funktion verloren und ist zu einem aus 
schließlichen „Attribut des Glanzes und der Würde“ geworden. 
Neben den „indianischen“ Blumen befinden sich auf den Porzel 
lanen des Zimmers aus dem Palais Dubsky auch solche der heimi 
schen Flora. „Deutsche“ Blumen wurden sie im Gegensatz zu den 
ostasiatischen genannt, „gesäte Blümel“ heißen sie in dem Lotterie 
verzeichnis und im Ffauptbuche der Manufaktur. 
Auf den Lüstern des Porzellanzimmers bilden die großblütigen 
Formen von Rosen und Päonien einen wirksamen Kontrast zu den 
kleinen Kirschblütenzweigen des „indianischen“ Dekors (Abb. 14). 
Auf dem Porzellankamin, dem größten Erzeugnis der Wiener Manu 
faktur Du Paquiers, sind die „deutschen“ Blumen der alleinige 
Schmuck. Ohne Rücksicht auf Aufbau und plastische Details sind die 
Blumen über die ganze Oberfläche gestreut. Mit großer Genauigkeit 
sind die Vorbilder aus den Holzschnittfolgen der Blumenbücher über 
nommen und auf das Porzellan übertragen. Als Schnittblumen sind 
sie wiedergegeben und beschränken sich in der Darstellung auf 
Stengel, Blätter und Blüten der Pflanzen. Liebevoll und exakt sind 
die Schnittstellen, die Rippen der Blätter, die Blütenstiele mit ihren 
haarigen Fortsätzen gezeichnet, mit leuchtenden Farben die Blüten ge 
malt. Große Blüten wechseln mit kleinen Formen. Die kräftig model 
lierten Purpurblüten der Rosen überleuchten die der eisenroten 
Päonien und die zartvioletten Trichterblüten der Ackerwinde. Kleine, 
gelbe und blaue Sternblüten füllen den übrigen Grund (Abb. 15). 
Dieser schon um 1730 in der Wiener Manufaktur verwendete 
Dekor der „gesäten Blümel“ tritt in mehreren Variationen auf. 
Eine frühe Variante um 1725 zeigt die Blumen zu einem Strauß 
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