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MAK

Full text : Wiener Porzellan aus der Manufaktur Du Paquiers

neuem.  Doch  scheint  es  nicht  lange  gedauert  zu  haben,  bis  eine
brauchbare  Masse  gefunden  wurde  und  bis  die  neuen  Produkte  auf
den  Markt  kamen.  Du  Paquier  war  überzeugt,  daß  sich  ein  durchschlagender ­
  Erfolg  nur  mit  der  Vergrößerung  des  Betriebes  einstellen ­
  könne,  und  so  versuchte  er  unermüdlich  seinen  Betrieb  zu  erweitern. ­
  Neue  Schulden  waren  die  Folge.  Staatliche  Hilfe,  wie  sie
Meißen  zuteil  wurde,  konnte  er  nicht  beanspruchen.  Das  Privileg
hatte  durch  den  Passus  „ohne  daß  wir  (der  Kaiser)  oder  unser
ararium  im  geringsten  etwas  derzu  vorschießen  dörfften“  Du  Paquier
von  vorneherein  auf  seine  eigenen  Finanzquellen  verwiesen.
Lotterien  zum  Verkauf  der  angehäuften  Bestände  brachten  auch
keine  Erleichterung.  Selbst  dann,  wenn  sie  von  allerhöchster  Stelle
gebilligt  wurden,  und  die  ausgesetzten  Preise,  wie  das  „Wiener
Diarium“  berichtet,  „nach  belieben  gegen  ein  anders  in  eben  dem
Werth  nach  Gusto  getauscht  oder  neu  gemacht“  werden  konnten.
So  mußte  Du  Paquier,  nachdem  ein  Darlehen  von  18.000  Gulden,
das  die  Stadt  Wien  gegeben,  seine  Schwierigkeiten  nicht  verringert
hatte  und  seine  privaten  Geldgeber  nicht  mehr  gewillt  waren,  neue
Mittel  zu  investieren,  die  Manufaktur  der  Kaiserin  Maria  Theresia
zum  Kaufe  anbieten.  Nach  Ablauf  der  25jährigen  Schutzfrist  des
Privilegiums  waren  seine  Schulden  auf  31.500  Gulden  angewachsen.
Mit  dem  Kaufkontrakt  vom  10.  Mai  1744  wurde  die  Manufaktur
von  der  Hof-Banco-Deputation  in  kaiserlichen  Besitz  übernommen.
Du  Paquier  mußte  sich  verpflichten,  das  Arkanum  seinem  Stiefsohne
mitzuteilen  und  die  Erfindung  schriftlich  niederzulegen.  Er  selbst
sollte  die  Oberaufsicht  auf  Lebenszeit  behalten  mit  einem  Gehalt
von  1500  Gulden  im  Jahr.  Für  seine  Gattin  aber  war  im  Falle  seines
Todes  eine  Witwenpension  ausbedungen,  weil  die  „Ehe-Wirtin  auch
ihr  völliges  Vermögen  hineinverwendet  hatte.“
Über  die  Mitarbeiter  und  das  Personal  der  Manufaktur  sind  nur
spärliche  Nachrichten  vorhanden.  Denn  Du  Paquier  hatte  „über  sein
eigenthümlich  Werk  Niemanden  eine  Rechnung  oder  bericht  abzulegen ­
  gehabt“.  Du  Paquier  bezeichnet  sich  selbst  als  „Erster  Erfinder
der  allhiesigen  Borcellain-Fabrique“.  Er  hat  von  allen  technischen
und  praktischen  Handhabungen  Kenntnis  gehabt,  und  sicherlich  von
den  beiden  Meißner  Arbeitern  viel  gelernt.  Schon  im  Darlehensvertrag ­
  mit  der  Stadt  Wien  aus  dem  Jahre  1728  hatte  er  sich  „anheischig ­
  gemacht,  in  alle  deme  was  zu  erzeug:  und  Vermischung  der
Erd,  errichtung  deren  Brenn-Öfen,  Glassir,  Brenn,  Kühlung  oder  in
andern  werg  erforderlich,  sonders  hinterhalt  getreulich  zu  entdecken“. ­

Namen  von  Modelleuren  scheinen  nirgends  auf.  Besser  bestellt  ist
es  mit  der  Kenntnis  der  Maler  der  Wiener  Fabrik.  Neben  den  Namen
der  sogenannten  Hausmaler  Anreiter,  Bottengruber  und  Wolfsburg,
die  durch  signierte  und  datierte  Porzellane  bekannt  wurden,  stehen
als  bekannte  Angehörige  der  Manufaktur  die  Maler  Joseph  Phillip
Danhofer  und  Jacobus  Helchis.  Besonders  in  Danhofer,  der  1712  in

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