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Full text: Über ornamentale Kunst auf der Wiener Weltausstellung

Suweliere unb ©olbfdjmiebe unferer äBeltftäbte gar üiel ferne« 
tonnten. 
©ie £t)atfad)e, baff gerabe ©iejenigen ftilgemäfs arbeiten, gu 
benen ba8 SBort Stil nod) nie gebrungen ift, bie feine €CRu^een, 
Slfabemien unb ©ewerbefdjulen haben, ift aHerbingS unfeiner gu 
erflären. ©ie ©tilgefejge finb ja nidjt wiflfürlid) auSgefonnen, 
teine ©rfiubungen ber Äunftwiffenfdjaft, fonbern nur baS in 
beftimmte gormeln unb ©äjge gefaxte common law, baS natür* 
lid)e 9ted)t in Sachen ber Äunft. 9?ur »reit biefeS natürliche 
5Red)t im Saufe ber Beit bei ben unter ber cjperrfdjaft ber SOiobe 
ftehenben Söfferu in 23ergeffenl)eit geratl)en ift, nur barurn tritt 
bie Äunftwiffenfchaft fo oft in SBiberfprud) mit bem £ageS= 
gefdjmacf unb ben unS anergogenen Sorfteltungen non fdjön unb 
nid)tfd)on. ©er ftetä wechfelnbe ©ageSgefdgmacf unb biejenigen 
gabrifanten, weldge ftd) bcffen ©eboten unbebingt fügen, feigen 
Wol)t in ben gegen fie geltenb gemachten ©tilpringipien nichts 
als Saunen unb Siebljabereien einer ©ecte non Sllterthümleru, 
weld)e ber ©ntwicfclung ber Äunftgewerbe, ber greifet fünft* 
lerifdjen Schaffens gang unberechtigt ©djranfen feigen modjten. 
Sbnen gegenüber muff eben anf ben natürlichen unb gefd)id)t* 
liehen Urfprung ber ©tilgefe^e hingewiefen werben. 
©aS «Bebürfnifg fdgafft bie Äunft fo gut, wie eS nach fPlato 
ben Staat, wie eS bie Sprache fchafft. ©ie grage, ob ber noch 
auf einer nieberen Stufe ftefwnbe SDtenfd) früher non feinem 
religiöfen üBebürfniffe augetricben worben fei, ©teine aufgu* 
fd)id)ten ober einem Saumftamm eine felgr entfernte Slel)nlid)feit 
mit einer menfd)Iid)en gigur gu geben unb fid) fo ein 23ilb ber 
©ottheit gu fd)affen, ober ob ber Sd)önl)eitSfinn ihn früher bar* 
auf gebradjt habe, feinem ©erätl), feiner Äletbung u. f. w. ein 
gefälliges 9lnfel)en gu geben — biefe grage büvfen wir fiiglid) 
bei ©eite taffen, ba bie ©rßrterung berfelben faum ein beffereS
	        
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