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Full text: Über ornamentale Kunst auf der Wiener Weltausstellung

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anbern ©efchmacf haben, ober eine Slbwechfelung oerlangen 
fßnne. Unb fo oerfdHt er eben nie barauf, an bem alg fdjßn 
unb gut unb gnaecfrrtä^ig ©rfannten gu dnbern, um nur etwaä 
5ßeueS gu fchaffen. 
©ag lßert)dltmh wirb fofort anberö, wenn für ben großen 
Sölarft gearbeitet wirb. ©a füll auf ben oerfcpiebenartigften 
©efchmacf JRärffic^t genommen, foll für einen ©efchmacf geforgt 
werben, ber nicht ber ©efchmacf beg Slrbeiterg ift, für SSebürf= 
tiiffe, welche nicht bie feinen finb. ©a muf? auf Soncurreng 
gerechnet werben, welche »ieüeidjt burcf) etwag noch nie ©age= 
wefeneg blenben unb »erbtüffen roirb, unb foldjer ©oncurreng 
heifft eß bie Spi^e bieten, auch mieber burch fJieueä, iRiebage* 
wefeneg. Unb ift bie Snbuftrie auf biefem Stanbpunft ange= 
langt, fo haben bie natürlichen Stilgefeije aufgehßrt. Snnerhalb 
berfelben ift etwag abfolut IReueg ferner gu fc^affen. 5Ran oer= 
wirrt, man oerfe^rt fie, unb ba ift bag fReue. Waffen wir bie 
eingelnen ©lieber eineg lünftlerijdu’n Äßrperg ihre Stellen 
taufdfen, oerfeljen wir bag Drnament, welcf)eg feiner ÜRatur nach 
bie Function beg Srageng unb Stüijeng Berfinnlidtjt unb betont, 
ba^in, wo ein laftenbeg ober oerbinbenbeg ©lieb ift, unb umge= 
lehrt, ftellen wir bie Farben gufammen, bah 3®ar nicht har= 
monifch gufammenflingen, aber bafür eine grelle frappirenbe 
SBirfung maihen, unb wir haben etwag, bag burch bag Unge= 
wohnte auffdHt unb beflißt. 
SBir fßnnen auch h‘ er lieber oerwanbte Vorgänge auf bem 
Sprachgebiete gum SSergleiche herangiehen. ©ie Schriftfprache 
eineg dßolfeg, bie Sprache, beren fich feine dichter unb ©enter 
bebienen, ift eine anbere alg bie Solfgfprache, fie ift Äunft. 
Slber ber Sprachlünftler grabe wirb fich immer beg 3ufammen= 
hangeg gwifchen feiner Sprache unb ber Ißolfgfprache, bem 3Runb= 
örtlichen bewufct bleiben, er wirb gum Stubium ber legieren 
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