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tom, wie ein Sd)atten er|'djemt. 2Me au^erorbentltc^e Sünne beS
©lafeS swingt überbteg, auf bie Drnamentation faft gättjlicE) gu
»ergichten, wenigfteng auf bie würbigfte, bie ect)t tünftlerifdje
9trt ber eingefchliffenen unb gu »oder Klarheit augpolirten S5er=
gierungen.
Semper fpridjt in feinem berühmten SBerte übet ben Stil
bie SSermutbung aug, bie Shatfadfe, baff bag 2Xbfotut=SDurc£)ficE>tige
eigentlich formlog erfdjeint, möge bie Sitten batjingebradft haben,
jene Oigenfchaft beg Olafeg abfid)tli<h gu bämpfen ober aufguheben.
Ot erinnert baran, baff bie gahlretd) gefunbenen Scherben oon
fPradftgefäfjen aug fdjonftem weitem burd)fichtigem Olafe faft
alle innerlid) mit bem dtabe mattgefdfliffen, wo nicht gar mit
einem Stnfluge unburchfichtigen SJtilchglafeg befangen ftnb. gür
gewohnlid) nimmt man freilich an i bah bie Seoorgugung beg
gefärbten Olafeg einen Spauptgrunb in ber Schwierigfeit gehabt
habe, oödig farblofeg hergufteden, unb auch eine »on Semper
ebenbafelbft angegogene oiel citirte Stelle im fJMiniug fpricht für
biefe Sluffaffung, ba biefer SdjriftfteHer eben alg bie hö äffte
Seiftung in ber ©lagtechnif bag burchfichtige, bem JbrpftaH fehr
nahe lommenbe begegnet. 2)em fei nun übrigeng wie eg wolle,
fidler ift wohl, bah ebenfo wie ber Schnitt eineg Meibungg=
ftücfeg erft wenn eg am Äörpet ift, wie eine Tapete iticht nach
einem fleinen Ölbfd^nitt, fonbern erft in ooHer Slugfpannung an
ber Sßanb fid) beurtl)eilen läfä, fo bie gorm eineg OlaSgefa^eS
erft, wenn bieg feinen Snlfalt hat- Unk auch bag tonnen wir
alg gweifeltog erachten, bah ungültige SBiberfinnigteiten im färben
beg ©lafeg unterbleiben würben, wenn bie gabrifate folcE>er
Prüfung nntergogen wären. SlUerbingg gehört »on oornheretn
eine arge ©ebanfenlofigteit bagu, ein Sierglag türfifenblau gu
färben u. bgl. melfr, aber ber Slnblicf ber appetitlichen gatben=
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