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Full text: Über ornamentale Kunst auf der Wiener Weltausstellung

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auf bem Jtamme einet fBieetegwelle wiegt, ba§ ©ange, non einem 
impertinenten Stau übergoffen, ma^rfd)einlid) als Äaminfd)mud 
gebadü, ift, wenn ich nid)t irre, 30 ober 40 mal nerfauft wor= 
ben, unb man mßd)te wünfdjen, bafs eg in Saufenben non 
Gipemplaren oerbreitet mürbe, benn je mehr man bag Stücf 
fiel)t, befto grünblichet mu| man beffelben überbrüffig werben. 
«Die Abfurbität ber ©ompofition würben bie Seute ertragen, aber 
eine foldjc garbe fann niemanb für bie Sänge auPfyalten. ©ie 
in jeber 2?egiehung auägegeichneten Arbeiten non Sarbebienn e 
unb An beten, SJlufterleiftungen be§ ©uffeS unb ber ©ifelirung, 
haben fid) natürlich feines entfpred)enben Abfafceä gu erfreuen 
gehabt; eben biefe Partien ber frangöfifchen Aufteilung waren 
aber für uufer Äunftgemerbe oon h eiüorra 3 en ^ er Skbeutung. 
Unfere Srongeinbuftrie gehört gu benjenigen ÄunftgemerbP» 
gweigen, weide rüftig emporftreben; wa8 bie fünftterifd)e fRid)- 
iung anbelangt, braucht fte ben 23erglexdh mit granfreid) nid)t 
gu fcheuen, unb wenn fie bem Umfange nad) gar fo befd)eiben 
fid) barftellte neben ben langen, [teigen ©olounen ber grangofen, 
fo liegt bag an allgemeinen äkrhältniffen be§ DJiarfteg. Allein 
bag tann fie fid) nid)t oerhehlen, ba§ in ber SBollenbung, ber 
^Durchführung beS fleinften ©etailö bie grangofen ihr nod) weit 
noraug finb. Unfern Stongen fehlt gu oft nod) bie leigte geile 
im wahren (ginne beS SöorteS, bie mufterl)afte gijelirung. 
Sßie Biel an ihren (Erfolgen bie frangöfifd)e Äunftinbuftrie 
überhaupt biefer Sorgfalt nerbanft, it)re (Arbeiten nicht aug bem 
gpaufe gu laffen, benot fie BoHfommen abjuftirt finb, beoor il)ncn 
fogufagen bag te^te Stäubcheu oom Diode gebtafen ift, bag lüfjt 
fid? gar nicht ermeffen. ©er alte Aberglaube au ben aüeinfelig» 
machenben @efd}macf ber grangofen ift eben fo übermunben wie 
bie ehemalige 93etehtung jeber bou ihnen aufgebrad)ten politifdjen 
SJiobe. Aber ihr eingigeg Salent im 3u= unb Herrichten, im 
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