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MAK

Full text : Glas 1905 - 1925 : vom Jugendstil zum Art deco

Vase  (201-12)
Fiedler  257-12,  Eiselt  19-17,  Rath  913-20
Veilchenjardiniere  (9393-11)
Fiedler  214-11,  Fiedler  280-13,
Lenhardt  2078-15,  Lenhardt  2100-15,  Eiseit  5-17,  Rath  914-20
ARNOLD  NECHANSKY  (S.  234-238)
Während  meiner  Auswertung  der  Lobmeyr-Bestellungsbücher  stieß  ich  bei  der  Fiedler-Auftragsnummer
  261-12  auf  die  Angabe  „Bronzitüberzug“;  glücklicherweise  sind  die  zugehörigen ­
  Entwürfe  Arnold  Nechanskys  erhalten,  sodaß  wir  uns  ein  Bild  vom  Dekor,
wenn  auch  nicht  von  der  Form  (Dose:  361-12,  Deckel:  500-12)  dieses  Deckelglases  machen ­
  können.  Die  typischen,  gelängten  Proportionen  der  Nechansky-Figuren  finden  sich
auch  hier;  wir  kennen  sie  bereits  von  geschnittenen  Gläsern  (s.  Literatur  zu  Kat.
Nrn.  126-129))  und  Postkarten  der  Wiener  Werkstätte.  Als  Werkvorlagen  dienten  wohl
die  mit  Nummern  bezeichneten  Darstellungen  (S.  236,  Kat.  Nrn.  126-128).  Ob  sich  Originalentwürfe ­
  unter  den  erhaltenen  Blättern  befinden,  läßt  sich  derzeit  wohl  schwer  entscheiden. ­
  Für  die  Ausführung  im  Jahre  1912  war  bisher  nur  Fiedler  feststellbar.
UNBEKANNTE  ENTWERFER  (S.  230-233)
Wiewohl  die  Dokumentation  für  die  Bronzitdekore  sehr  reichhaltig  ist,  gibt  es  dennoch
einige  ungeklärte  Fragen,  wie  z.  B.  die  nach  den  Entwerfern  einiger  Dekore  für  Vasen,
Pokale  und  andere  Gläser.
Für  eine  Vase  (Kat.  Nr.  122,  S.  232)  steht  zumindest  die  Formnummer  (2619-13)  außer
Frage,  da  sie  auf  einer  Werkzeichnung  gleicher  Form,  aber  mit  anderem  Dekor  (in
Schwarzmalerei)  notiert  ist.  Vermutlich  sind  für  die  Ausführung  der  Vase  einige  Maler
probeweise  herangezogen  worden:  Mühlbauer  (1-13)  und  Thomas  (1-14).
DIE  MALER
Bronzitdekore  entstanden  nachweislich  in  der  Zeit  von  etwa  1911/12  bis  um  1920  (für
spätere  Datierungen  fehlen  die  Unterlagen,  sie  sind  allerdings  nicht  auszuschließen,  wiewohl ­
  sie  nicht  über  die  zwanziger  Jahre  hinausgehen  dürften).  Die  wichtigsten  Maler  waren ­
  in  Steinschönau  tätig,  was  sicher  kein  Zufall  ist,  da  sich  sowohl  die  Glasfachschule
als  auch  ein  Sitz  der  Firma  Lobmeyr  dort  befanden.  Die  Besteliungsbücher  nennen:  Karl
Fiedler  („Goldfiedler“)  in  Steinschönau  N°209,  Josef  Lenhardt  in  Steinschönau,  Josef
Eiselt  in  Steinschönau  N°  472;  Norbert  Eisert  in  Steinschönau  N°  279,  Karl  Thomas  jr.  in
Steinschönau.  Der  Maler  Heinrich  Bergmann,  obwohl  in  Winterberg  ansässig,  führte
ebenfalls  einige  Bronzitdekore  für  Lobmeyr  (der  mit  Kralik  in  Winterberg  verschwägert
war)  aus.  Weiter  ist  Josef  Nowak  in  Podol  zu  nennen,  der  jedoch  vermutlich  nur  mit  der
Ausführung  von  Goldlinien-Dekoren  -  und  dies  in  sehr  geringem  Umfang  -  betraut
wurde.
Fiedler,  Lenhardt  und  Eiselt  waren  offenbar  die  Maler,  die  von  Lobmeyr  am  häufigsten
für  Bronzitdekore  herangezogen  worden  waren,  wobei  Fiedler  für  Lobmeyr  von  1911  bis
1914  arbeitete,  Lenhardt  von  1912  bis  1917  und  Eiselt  schließlich  ab  1917  bis  1919.  Otto
Pietsch,  Fachschuilehrer  in  Steinschönau,  spielte  ab  1919  für  die  Ausführung  der  Bronzitdekore ­
  offenbar  eine  wichtige  Rolle;  ihm  dürfte  eine  Vermittlerfunktion  im  Auftrag  der
Firma  Lobmeyr  zugekommen  sein.  So  sind  die  auf  den  Entwürfen  notierten  Werknum-15


            
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