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Full text : Glas 1905 - 1925 : vom Jugendstil zum Art deco

einen  recht  verläßlichen  Überblick  über  die  jeweiligen  „Auflagen“;  da  manche  Eintragungen ­
  keine  genauen  Angaben  über  den  auszuführenden  Dekor  enthalten,  kann  diese
Aufstellung  naturgemäß  nicht  vollständig  sein.
Die  Entwürfe  und  Werkzeichnungen  sind  mit  Notizen  verschiedenster  Art  versehen:
Zahlen,  Namen  und  Ausführungshinweisen;  viele  der  Bleistiftnotizen  wurden  ausradiert
und  sind  heute  nur  mit  viel  Mühe  rekonstruierbar,  weshalb  den  Bestellungsbüchern
Lobmeyrs  große  Bedeutung  zukommt.
Die  Buchstaben-Zahlen-Kombinationen  und  die  zugehörigen  Datierungen  beziehen  sich
auf  die  ausführenden  Maler,  die  durch  einen  der  Zahl  vorgestellen  Buchstaben  identifizierbar ­
  sind:  F  =  Fiedler  (eher  selten,  weil  man  anfangs  wohl  nicht  mit  der  Notwendigkeit ­
  einer  Unterscheidung  von  einem  anderen  Maler  rechnen),  E  =  Eiselt,  L  =  Lenhardt,
  P  =  Pietsch.  Manchmal  sind  die  Familiennamen  der  Maler  auch  ausgeschrieben.
Ohne  Buchstaben  blieben  in  der  Regel  die  Nummern,  die  sich  ab  1920  auf  die  Firma
„J.  &  L.  Lobmeyr’s  Neffe,  Stefan  Rath“  in  Steinschönau  bezogen.
Die  aus  zwei  Ziffern  bestehende  Zahl  nach  der  Werk-  bzw.  Auftragsnummer  stellt  die
abgekürzte  Jahreszahl  dar,  d.  h.  11  =  1911,  12  =  1912,  20  =  1920  etc.
Von  diesen  Auftragsnummern  sind  die  Formnummern  der  Gläser  zu  unterscheiden,  die
manchmal  durch  ein  vorgesetztesA  (=  wohl  Meyr’s  Neffe,  Adolf)  charakterisiert  sind.
Aus  diesen  Nummern  ist  deutlich  erkennbar,  ob  eine  ältere  oder  eine  zeitgenössische
Form  verwendet  wurde.
Da  Gläser  bestimmter  Formtypen  mit  demselben  Dekor  von  verschiedenen  Malern  ausgeführt ­
  wurden,  versteht  es  sich  von  selbst,  daß  viele  Werkzeichnungen  eine  ganze
Reihe  von  Maler-Auftragsnummern  tragen;  manche  Blätter  sind  allerdings  ohne  jede  Bezeichnung ­
  und  daher  nur  schwer  datierbar.
Der  Einfachheit  halber  wurden  bei  der  Auswertung  der  Lobmeyr-Bestellungsbücher
(■S.  41-60)  folgende  Abkürzungen  verwendet:
N  =  Nummer,  B  =  Bestelldatum,  L  =  Lieferdatum,  M  =  Muster  (Vorlage),  Sb  =  Stückzahl
bestellt,  Sg  =  Stückzahl  geliefert,  K  =  Kunde  (Kommission).  Im  authentischen,  buchstabengetreu ­
  zitierten  Text  der  Bestellungsbücher  kommen  weitere  Abkürzungen  vor,  die
folgendes  bedeuten:
angezchn.  =  angezeichnet,  Dec.  =  Dekor,  fl.  =  flach,  geschlt  =  geschält,  gl  =  glas,
glt  =  glatt,  gz.  =  ganz,  K  bzw.  Krstl.  oder  Kryst.  =  Kristall,  Karlsb.  Verz.  =  Karlsbader  Verzeichnis ­
  m  =  mit,  mitfolg.  =  mitfolgend,  Mstr.  =  Muster,  n  =  nach,  St.  =  Stück,
Stpsl.  =  Stöpsel,  thg  oder  thlg.  =  teilig,  u  =  und,  Zchng.  =  Zeichnung.
KUNDEN
Namentlich  angeführte  Kunden  waren  folgende:  Eduard  Ast,  Cohn,  Frau  von  Fabritius,
Fräulein  von  Gompertz,  Herr  von  Herr  (Herz?),  R.  von  Hofmannsthal,  Kirchhoff,  Prof.  Anton ­
  Kling,  Osthaus,  Msgr.(?)  Rusiecki,  Schäffner,  Adolphe  Stoclet,  Direktor  Szabo,  Van
Divoet  (?).
Einige  Museen  sind  ebenfalls  angegeben:  Oest.  Museum  (Österreichisches  Museum  für
Kunst  und  Industrie),  Museum  Francisco-Carolinum,  Linz,  Museum  in  Hagen,  Reichenberg, ­
  Teplitzer  Museum.
Zahlreiche  Gläser  dürften  für  die  Werkbundausstellung  Köln  (1914)  hergestellt  worden
sein;  diese  Ausstellung  und  daraus  resultierende  Verkäufe  werden  häufig  notiert,  ferner
die  Ausstellungslotterie  Berlin  und  die  Künstlerwohlfahrt  Frankfurt.
Die  Wiener  Werkstätte  wird  nicht  eigens  erwähnt,  doch  wissen  wir  aus  den  Kalkulationsbüchern ­
  der  WW,  daß  einzelne  Gläser  kommissionsweise  von  Lobmeyr  zum  Verkauf
übernommen  wurden.

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