einen recht verläßlichen Überblick über die jeweiligen „Auflagen“; da manche Eintragungen
keine genauen Angaben über den auszuführenden Dekor enthalten, kann diese
Aufstellung naturgemäß nicht vollständig sein.
Die Entwürfe und Werkzeichnungen sind mit Notizen verschiedenster Art versehen:
Zahlen, Namen und Ausführungshinweisen; viele der Bleistiftnotizen wurden ausradiert
und sind heute nur mit viel Mühe rekonstruierbar, weshalb den Bestellungsbüchern
Lobmeyrs große Bedeutung zukommt.
Die Buchstaben-Zahlen-Kombinationen und die zugehörigen Datierungen beziehen sich
auf die ausführenden Maler, die durch einen der Zahl vorgestellen Buchstaben identifizierbar
sind: F = Fiedler (eher selten, weil man anfangs wohl nicht mit der Notwendigkeit
einer Unterscheidung von einem anderen Maler rechnen), E = Eiselt, L = Lenhardt,
P = Pietsch. Manchmal sind die Familiennamen der Maler auch ausgeschrieben.
Ohne Buchstaben blieben in der Regel die Nummern, die sich ab 1920 auf die Firma
„J. & L. Lobmeyr’s Neffe, Stefan Rath“ in Steinschönau bezogen.
Die aus zwei Ziffern bestehende Zahl nach der Werk- bzw. Auftragsnummer stellt die
abgekürzte Jahreszahl dar, d. h. 11 = 1911, 12 = 1912, 20 = 1920 etc.
Von diesen Auftragsnummern sind die Formnummern der Gläser zu unterscheiden, die
manchmal durch ein vorgesetztesA (= wohl Meyr’s Neffe, Adolf) charakterisiert sind.
Aus diesen Nummern ist deutlich erkennbar, ob eine ältere oder eine zeitgenössische
Form verwendet wurde.
Da Gläser bestimmter Formtypen mit demselben Dekor von verschiedenen Malern ausgeführt
wurden, versteht es sich von selbst, daß viele Werkzeichnungen eine ganze
Reihe von Maler-Auftragsnummern tragen; manche Blätter sind allerdings ohne jede Bezeichnung
und daher nur schwer datierbar.
Der Einfachheit halber wurden bei der Auswertung der Lobmeyr-Bestellungsbücher
(■S. 41-60) folgende Abkürzungen verwendet:
N = Nummer, B = Bestelldatum, L = Lieferdatum, M = Muster (Vorlage), Sb = Stückzahl
bestellt, Sg = Stückzahl geliefert, K = Kunde (Kommission). Im authentischen, buchstabengetreu
zitierten Text der Bestellungsbücher kommen weitere Abkürzungen vor, die
folgendes bedeuten:
angezchn. = angezeichnet, Dec. = Dekor, fl. = flach, geschlt = geschält, gl = glas,
glt = glatt, gz. = ganz, K bzw. Krstl. oder Kryst. = Kristall, Karlsb. Verz. = Karlsbader Verzeichnis
m = mit, mitfolg. = mitfolgend, Mstr. = Muster, n = nach, St. = Stück,
Stpsl. = Stöpsel, thg oder thlg. = teilig, u = und, Zchng. = Zeichnung.
KUNDEN
Namentlich angeführte Kunden waren folgende: Eduard Ast, Cohn, Frau von Fabritius,
Fräulein von Gompertz, Herr von Herr (Herz?), R. von Hofmannsthal, Kirchhoff, Prof. Anton
Kling, Osthaus, Msgr.(?) Rusiecki, Schäffner, Adolphe Stoclet, Direktor Szabo, Van
Divoet (?).
Einige Museen sind ebenfalls angegeben: Oest. Museum (Österreichisches Museum für
Kunst und Industrie), Museum Francisco-Carolinum, Linz, Museum in Hagen, Reichenberg,
Teplitzer Museum.
Zahlreiche Gläser dürften für die Werkbundausstellung Köln (1914) hergestellt worden
sein; diese Ausstellung und daraus resultierende Verkäufe werden häufig notiert, ferner
die Ausstellungslotterie Berlin und die Künstlerwohlfahrt Frankfurt.
Die Wiener Werkstätte wird nicht eigens erwähnt, doch wissen wir aus den Kalkulationsbüchern
der WW, daß einzelne Gläser kommissionsweise von Lobmeyr zum Verkauf
übernommen wurden.
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