I. DIE LÄNDER UND IHRE KUNSTARBEITEN.
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lediglich für die Mode und
bietet uns daher keine
eigenthümliche oder ori
ginelle Seite. Nicht min
der modern ift ein anderer
Zweig der Weberei, die
Mafchinenfpitzen der
weifsenVorhänge,welcher
in der Nordoflecke der
Schweiz, vorzugsweife im
CantoneSt. Gallen, feinen
Sitz hat. Vor wenigen
Jahren noch, als der orna
mentale Naturalismus alle
Decorationskunft be-
herrfchte, verfuchte man
in diefer unzulänglichen,
fo wenig decorativen
Technik ganze Land-
fchaften, Gärten und
phantaftifche Gebäude
darzuftellen. Davon ift
der Gefchmack ein wenig
zurückgekommen und be
gnügt fich heute mitVor-
grundftudien und grofs-
blättrigen Pflanzen. Nur
ein paar gelungene ftilifirtc
Mufter, die von einer
Zeichenfchule inSt.Gallen
ausgegangen waren, zeig
ten den erften Beginn der
Gefchmacksveränderung.
Nicht minder wie die
Kattune umfpannt die
Schweizer Uhreninduftrie
die Welt, diefelbe inter-
effirt uns allerdings hier
nicht von unferem Stand
punkte aus, aber mit ihr
in Verbindung fleht ein
anderer Zweig der Kunft-
induftrie, den fie nicht ent
behren kann, nämlich die
feinere Goldarbeit. Wo