fchiedenartige Verfuche und Orna-
mentationsweisen und insbefondere
auch dadurch, dafs fie mehr als
irgend eine andere von dem farbigen
, Schmuck des Emails Gebrauch
machte. Aber grade diefes Email
war mit die Urfache, dafs das ge
färbte Flachornament der Holzbauten
fo leichte Verwendung auf dem
Golde fand, auf den Gefäfsen wie
den Schmuckgegenftänden. Können
wir es uns auch gefallen laffen, dafs
fomit die plafhfche Erfcheinung in
eine malerifche verwandelt wurde,
eine Seite, die bekanntlich von der
modernen Goldfchmiedekunft nur zu
fehr vernachläffigt wird, fo find jene
Ornamente doch für, Zweck und
Gegenftand zu fteif und darum unan-
gemeffen. Noch unangemeffener find
fie, wenn fie nicht emaillirt werden,
fondern wie ausgefägtes Blech erfchei-
nen. Die ruffifche Goldfchmiede
kunft litt aufserdem, nach Neuheiten
trachtend, an der Vermifchung wider-
fprechender Kunftweifen, wie z. B.
die fteifen Holzgefäfse mit dem
Naturalismus verbunden wurden, fo
dafs eine Eiche mit freien Figuren
darunter ein folches in Gold oder
Silber ausgeführtes Holzgefäfs trug
und ihre Wurzeln in ein ähnliches
conventionelles Poftament fchlug.
Auch in die Glasarbeiten der
kaiferlichen Fabrik find j die Holz
ornamente zur Verzierung von Ge
fäfsen aufgenommen worden und
zwar mit aufliegenden Emailfarben,
fodafs auch die alte Technik nach
gebildet erfcheint und diefe Arbei
ten ftark orientalifirenden Charakter
erhalten. Uebrigens hat fich die
kaiferliche Fabrik nicht ohne Glück
auch auf die Nachahmung der älte
ren venetianifchen Glasgefäfse mit
II. DIELÄNDER UND IHRE KUNSTARBEITEN.
Candelaber von der Berliner Actiengefellfchaft für
Central-Heizungs, Gas- und Wafferanlagen.
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