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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

II. DIE LÄNDER UND IHRE KUNSTARBEITEN. 
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tallarbeiten zeigten fleh ebenfo vielfeitig in der Technik, davon manche heute 
Indien allein gehört, wie fein, forgfältig und vollendet in der Ausführung. 
Ueberhaupt muss man Indien als dasjenige Land betrachten, wo lieh die 
orientalifche Kunft am reinften, vielfeitigften und vollendetften erhalten hat. Das 
bewies auch unfere Ausfüllung, obwohl von dem ganzen Orient vielleicht grade 
diefes Land am minderten feiner Bedeutung entfprechend vertreten war. Man 
fand wohl Gegenftände von aller Art der Kunftarbeit, wie fie doit geübt wird, a t> er 
feiten in befonders glänzenden Beifpielen. Leider beginnt auch für die indifc ie 
Kunft eine europäifche Frage, und die Anilinfarben helfen das Colont, und eng- 
lifclie Zeichenlehrer die reizenden, ftilvollen blumigen Ornamente verbeffern 
Die Kunft Indiens und Perfiens hat foviel Verwandtfchaft, dafs man oft in 
Verlegenheit fein wird, ob man einen Gegenftand feiner Lntftehung nach t ie ein 
oder jenem Lande zufchreiben foll, niemals aber wird ein einigermafsen un *& e 
Auge fchwanken zwifchen diefen beiden Ländern einerfeits und China und Japan 
andrerfeits. In früheren Zeiten hat ohne Frage eine Culturverbindung zwifchen 
Oftafien und jenen beiden Ländern ftatt gefunden, und man mag als fichei an 
nehmen, dass vor einem Jahrtaufend vielleicht und fpäter noch, als die Kun 
des himmlifchen Reichs der Mitte glücklichere Zeiten kannte und noch nicht 
den coloffalen Zopf von heute trug, die chinefifche Kunftarbeit und die chinef.fche 
Irdene Schüffeln von Villeroy & Boch in Mettlach. 
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