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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

QIE FRAUENARBEIT. 
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Mufter aus der Bobbinet- und Spitzenfabrik von Faber & Damboeck in Wien. 
fchritte in einzelnen Zweigen gezeigt, fie hat die Irrthümer in Form, Farbe und 
Material nachgewiefen, fie hat die Arbeiten des Orients und des Occidents, der 
Stadt und des Landes, der Schule und des Haufes nahe aneinander geftellt, fie 
hat alte Technik und neue gebracht, fie hat den Erfindungen des Luxus und 
der Mode, fie hat der Dürftigkeit und Armuth Rechnung getragen, fie hat die 
Entflehungsgefchichte mancher Technik, ihren Werth, ihre Verwendbarkeit, ihren 
Verbreitungsbezirk gezeigt und uns manche Erfcheinung erklärt, der wir bisher 
keinen Grund abzufragen wufsten. 
Die verfchiedenen Länder hatten der Frauenarbeit fehr verfchiedenen Raum 
in ihren Ausftellungen zugewiefen. Einzelne, wie Oefterreich, Schweden, haben 
ihr eigene Gebäude gewidmet, andere haben fie mitten unter anderen Produkten 
des Landes, zerftreut und vereinfamt gebracht, viele haben fie als glänzenden 
Schmuck verwendet, und manche haben fie nur hie und da, im Dienfte anderwei 
tiger Indufbrie des Landes, auf Kleidern, auf Einrichtungsgegenftänden und ähn 
lichen Dingen ausgeftellt, wo fie je nach Werth und Unwerth eine hervorra 
gende oder eine dürftige Rolle spielte. ' 
Unter den Ländern, welche der Frauenarbeit den geringften Platz einräum 
ten, ift vor allem Nordamerika zu nennen, wo fich von FVauenhand nichts 
vorfand als ein reizender Straufs von Blumen, aus Wachs geformt, von Dornro- 
fen, Lilien, wilden Weinranken und dergleichen, von naturgetreuen, in Form
	        
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