QIE FRAUENARBEIT.
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Mufter aus der Bobbinet- und Spitzenfabrik von Faber & Damboeck in Wien.
fchritte in einzelnen Zweigen gezeigt, fie hat die Irrthümer in Form, Farbe und
Material nachgewiefen, fie hat die Arbeiten des Orients und des Occidents, der
Stadt und des Landes, der Schule und des Haufes nahe aneinander geftellt, fie
hat alte Technik und neue gebracht, fie hat den Erfindungen des Luxus und
der Mode, fie hat der Dürftigkeit und Armuth Rechnung getragen, fie hat die
Entflehungsgefchichte mancher Technik, ihren Werth, ihre Verwendbarkeit, ihren
Verbreitungsbezirk gezeigt und uns manche Erfcheinung erklärt, der wir bisher
keinen Grund abzufragen wufsten.
Die verfchiedenen Länder hatten der Frauenarbeit fehr verfchiedenen Raum
in ihren Ausftellungen zugewiefen. Einzelne, wie Oefterreich, Schweden, haben
ihr eigene Gebäude gewidmet, andere haben fie mitten unter anderen Produkten
des Landes, zerftreut und vereinfamt gebracht, viele haben fie als glänzenden
Schmuck verwendet, und manche haben fie nur hie und da, im Dienfte anderwei
tiger Indufbrie des Landes, auf Kleidern, auf Einrichtungsgegenftänden und ähn
lichen Dingen ausgeftellt, wo fie je nach Werth und Unwerth eine hervorra
gende oder eine dürftige Rolle spielte. '
Unter den Ländern, welche der Frauenarbeit den geringften Platz einräum
ten, ift vor allem Nordamerika zu nennen, wo fich von FVauenhand nichts
vorfand als ein reizender Straufs von Blumen, aus Wachs geformt, von Dornro-
fen, Lilien, wilden Weinranken und dergleichen, von naturgetreuen, in Form