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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

DER AUSSTELLUNGSPLATZ. 
Oftportal der Induftriehalle. 
zelnen überlaffen, ob er diefe allgemeinen Ausfüllungen die neuen olympifchen 
Spiele oder wie fonft nennen und als folche preifen will, während wir uns auf 
den Weg begeben, um zunächft Ort und Stelle in Augenfehein zu nehmen. -—• So 
günftig gelegen war noch kein Ausflellungsplatz. Einen fo grofsen Reiz die 
weiten baumumfäumten Rafenflächen des Hydepark ausübten, aus denen das un 
geheure Glashaus Paxton’s wie ein Märchenfchlofs emporftieg: es mangelten 
doch die unmittelbare Nähe des grofsen Stroms und der Abfchlufs des Gefichts- 
kreifes durch das Gebirge. 
Der altberühmte Prater, der mit frifchem Grün und Blüthenpracht die impro- 
vifirte Ausftellungsftadt rings umfängt, ift Zeuge fo manches grofsen Feftes und 
Schauplatz fo manches ernften Ereigniffes gewefen, feitdem im Jahre 1766 der 
„Schätzer der Menfchen“ Jedermann den Park öffnete, welchen zweihundert Jahre 
zuvor Maximilian II. „für feine Jagdluft“ angekauft hatte, und deffen Befuch unter 
Carl ,VI. und Maria Therefia nur der in „Kutfchen“ fahrenden günftiger fituirten 
Minorität geftattet gewefen war. Vom Prater her rückte 1809 Maffena und 1848 
Windifchgrätz gegen Wien vor; 1814 wurde dort unter Theilnahme vieler hohen 
Gälte ein Volks- und Soldatenfeit zum Gedächtnifs der Schlacht bei Leipzig be 
gangen; der 29. April 1854 fah den noch kaum belaubten Wald viele Taufende
	        
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