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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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DIE FRAUENARBEIT. 
reicher Pracht in den Linien, in der Zeichnung, im Materiale ausgeftattet. Auf 
einem weifsen Atlasftoffe, der mit Rofenzweigen überfchüttet war, waren unten, 
am unvollendeten Ende, die Zeichnungen zu fehen; in wenigen fchwarzen Stri 
chen lag die Pracht und Schönheit angedeutet, die weiter oben Blume um Blume 
in üppiger Fülle zeigte. Diefe Arbeiten waren alle mit ganz merkwürdigem Ta 
lente angelegt und ausgeführt, kein Zuviel und kein Zuwenig war da zu ent- 
Poftamentofen, bunt in Farbe eingebrannt, 
von Bernhard Erndt in Wien. 
Ofen, von Bernhard Erndt in Wien, in drei Farben, 
Grund dunkelbraun, Ornamente gelb und grün. 
decken, und jede einzelne Blüthe, jede einzelne Ranke lag wie nach einem un 
verbrüchlichen Gefetze an ihrem Platze. 
Von Dilettantenarbeiten haben wir in Frankreich nur eine einzige entdeckt, 
eine Chenilleftickerei, welche üch „broderie au passe“ betitelte, und die an manche 
Arbeit gemahnte, die wir wirklich vor längftvergangener Zeit gearbeitet gefehen, 
und von der wir Einzelnes, ganz Vortreffliches, namentlich in der dänifchen 
Ausheilung wiederfmden werden. Die vorliegende Stickerei ftellte einen Kakadu 
zwifchen langfchaftigen Blättern fitzend dar, und war von Madame Marie Bigot
	        
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