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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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DIE FRAUENARBEIT. 
ihr Lager aufgefchlagen. Weifs in Weifs fah dem Befucher, der vom Induftrie- 
palafle aus diefen Ausftellungsraum betrat, die Frauenarbeit des Landes von 
allen Wänden, allen Tifchen, allen Schränken entgegen, und zeigte durch den 
Reichthum, mit welchem fie hier vertreten war, welche Rolle ihr im Lande zu- 
gewiefen ift. 
Rings an den Wänden hingen die Stores in Tüllapplication, theils mit der 
Hand, theils mit der Mafchine ausgeführt, in den Schränken waren die feineren 
Handarbeiten ausgeftellt, die Kleider, die Tafchentücher, die Garnituren, alles mit 
einer Fülle von Stichen, von Blumen, von Arabesken bedeckt. An einem der 
Seitentifche arbeiteten flets tagüber zwei Frauen, welche durch ihre Hantirung 
Einficht in die Technik und in die Leiflungsfähigkeit einzelner Arbeiterinnen 
gewährten. Nach der Ausfage diefer Frauen verdienen die Stickerinnen, bei bedeu 
tender Fertigkeit, 12—20 Francs per Woche. Die Arbeiten werden alle im 
Haufe gemacht, wo die Kinder, die kleinen fchulpflichtigen Mädchen und die
	        
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