DIE FRAUENARBEIT.
261
Leuchter von Barbedienne in Paris.
dienen, dem 'man nicht Ziel und Zweck vorfchreiben darf, und der fich keinem
Vernunftgefetze unterzuordnen vermag.
Die Weltausftellung hat uns reichlich Gelegenheit geboten, vergleichende
Studien zu machen, fie hat uns die einfachen Arbeiten der nordifchen Frauen
gezeigt, ihren Werth, ihren Reiz, fie hat uns gezeigt, wie mit dem befcheidenften
Materiale, mit dem dunklen Baumwollfaden auf weifsem Grunde fich kleine,
unvergleichliche Kunftwerke durch edle, richtige Zeichnung fchaffen laffen, fie
hat uns daneben den Orient in feiner ganzen glanzvollen Schönheit gewiefen,
fie hat uns da und dort erfichtlich gemacht, was der Frauenarbeit dauernden
Werth verleiht, wo fie als ein würdiges Product der Menfchenhand den Werken
der Induftrie und der Gewerbe wohlberechtigt zur Seite ficht; fie hat uns gezeigt,
welche Bahnen fie zu gehen, welchen Zwecken fie fich zu widmen hat, wenn fie
vor den Anforderungen gefieigerter Cultur befiehen, und fich als ein nutzbringendes
Glied in dem grofsen, rafch bewegten Triebwerk der Induftrie der
Gegenwart und Zukunft erweifen will. Aglaia v. Enderes.