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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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OEFFENTLICHE KUNSTPFLEGE. 
wiffenfchaftlicher in Architektur unterrichtet, als an Akademien, wo fall nur noch 
ein Atelierunterricht gegeben werden kann. 
In der Sculptur und in der grofsen Figuren-Malerei tritt die Ueberlegenheit 
der franzöfifchen Schulung der deutfchen gegenüber eclatant hervor. Die päda- 
gogifchen Verfucher, fei es vom Standpunkte der Romantik, fei es von dem des 
modernen Realismus — einer fchwächlichen Kunftpflanze gegenüber dem gewal 
tigen Naturalismus der flämifch - holländischen, fpanifchen und neapolitanifchen 
Schule des XVII. Jahrhunderts — haben an der Akademie in Paris keinen Platz. 
0Präfenlir'Teller in Kryftall, Faffung in vergoldetem Silber und Email, von Ratzersdorfer in Wien. 
Das Verhältnifs zur Antike, die permanente Hinweisung auf die grofsen Tradi 
tionen der toskanifch-römifchen Schule des XV. und XVI. Jahrhunderts werden 
durch die Akademie in Rom und durch die. vorhergehende Schule an der Aka 
demie in Paris auf eine feite, nicht leicht zu verrückende Grundlage geltellt. 
Des Lernbaren in der Kunft ift aber mehr, als die Romantiker zugeben woll 
ten, und mehr als jene Künltler zugeben, die an den deutfchen Akademien in 
der Blüthezeit des poetifirenden Romanticismus ihre Studien gemacht. Diefe er- 
weifen fich heutzutage als abfolut ungenügend. Eine Umkehr ift nöthig. — 
Vor uns liegt die «Lifte des objets exposes par la Ville de Paris» (Ex 
position universelle de Vienne 1873. Paris 1873. 143 S.) Was hellte die Stadt Paris 
in erfter Linie aus? Es waren Gegenhände der Kunh.
	        
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