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Full text : Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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OEFFENTITCHE  KUNSTPFLEGE.

gravure  en  medailles,  gravure  en  taille  douce,  tapifferies.  Der  Katalog  des
Service  des  Beaux-Arts  umfafst  54  Seiten.  Er  verdient  eine  eingehende  Betrachtung. ­

Unter  den  Hihorienmalern,  die  im  Dienfte  der  Stadt  Paris  gemalt  haben,
kommen  Künhler  aller  Richtungen  vor,  Barrias,  Delacroix,  die  beiden  Flandrin,
Glaize,  Hefte,  Jobbc-Duval,  Lehmann,  Lenepveu,  Robert-Fleury,  Signol,  Yvon
u.  A.  m.
Die  meiften  der  Oel-,  Fresco-  und  Glasgemälde  find  für  Kirchen  der  Stadt
Paris,  in  zweiter  Linie  für  andere  Communalbauten  ausgeführt.  Daffelbe  gilt  von
der  Bildhauerei;  auch  in  diefer  Abtheilung  erfcheinen  Künftler  verfchiedener  Stilrichtung, ­
  Carrier-Bclleufe,  Duret,  Frcmiet,  Guillaume,  Maillet  u.  f.  f.  Die  alte
Gewohnheit,  Denkmedaillen  auf  wichtige  Ereigniffe  prägen  zu  laffen,  hat  die  Stadt
Paris  aufrecht  erhalten.

Caffette  von  E.  G.  Zimmermann  in  Hanau.

Unter  den  Kupferftichen  find  Blätter,  mit  dem  Grabftichel  ausgeführt,  nach
Gemälden  aufgezählt,  welche  der  Stadt  Paris  gehören.  Kurz,  diefe  Ausheilung
der  Stadt  Paris  war  ein  Fingerzeig  für  alle  jene,  welche  wiffen  wollen,  woran  es
liegt,  dafs  die  Kunft  in  Frankreich  fo  mächtig  gedeiht.  Nicht  blofs  die  Kunftfchulen
  Frankreichs  find  beffer  organifirt  und  werden  nach  höheren  Gefichtspunkten
  geleitet,  die  Künfte  ftehen  auch  im  Budget  der  Commune.  Aufser  Wien
wäre  keine  Stadt  Mitteleuropa’s  im  Stande,  eine  Ausheilung  ähnlicher  Art  vorzuführen, ­
  und  Wien  felbh  nur  auf  dem  Gebiete  der  Architektur  und  der  decorativen
  Künhe,  nicht  der  Sculptur  und  der  Malerei.
In  Oeherreich  aber  ih  es  nur  die  Stadt  Wien,  die  aus  Communalfonds
die  Kunh  fördert  —  wir  rechnen  dazu  den  Rathhausbau,  den  Bau  und  die  Ausfchmückung
  der  Kirche  unter  den  Weifsgärbern,  die  monumentalen  Brunnen  auf
dem  neuen  Rathhausplatze,  die  Bronzegüffe  des  Donner’fchen  Brunnens  auf  dem
Mehlmarkte  u.  A.  m.  —  aber  wie  fähe  es  mit  Prag,  Innsbruck,  Lemberg,  Krakau
oder  anderen  Städten  aus,  in  denen  Künftler  leben?  Was  thun  die  Communen
für  fie,  wie  faffen  diefe  die  Kunhaufgabe  innerhalb  der  Commune  auf?  Es  fcheint
            
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