gelungen ift und den meiften Beifall bei denen, die feiner Kunfl überhaupt Beifall
zollen mochten, eingetragen hat.
Kine andere Ueberrafchung der merkwürdigften Art bereitete den Kunft-
freunden Claude Ferdinand Gaillard. Der gefchätzte Radierer, der Meifter
jenes unvergleichlich feinen Blattes nach Jan van Eyck’s „Mann mit der Nelke“,
Hellte fich gleichzeitig mit fechs Portraits als Oelmaler vor; er überträgt die
gröfste Tugend des reproducirenden Künftlers, keine eigene Auffaffungsweife
und keinen felbfländigen Stil, fondern die Gabe der Anbequemung an jeden
fremden zur höchften Entwickelung gebracht zu haben, auch in die eigene
Malerei, wo diefer Vorzug mindeftens von geringerem Werthe ift. In der That
Stuhl von Schmidt & Sugg in Wien-.
würde Niemand darauf kommen, diefe fechs Gemälde demfelben Künftler zuzu-
fchreiben, fo verfchiedenartig ift ihr Charakter nicht nur je nach dem verfchie-
denen Naturell der Dargeftellten, fondern auch durch die Pinfelführung, durch
die Parbengebung und die gefammte Auffaffung. Während er in einem weib
lichen Bildniffe zeigt, dafs er von van Eyck gelernt hat, die furchtbarfte Häfs-
lichkeit mit der unverbrüchlichften Treue darzuftellen und zu einem Wunder der
Kunft zu machen, fehen wir in dem Bildniffe eines Herren mit der Brille die
zartefte Detaillirung -mit der markanteften Zeichnung vereint. Und während
Abbe Rogerfon in halb lebensgrofsem Mafsftabe uns liebenswürdig und freund
lich mit gefundem Geifte und Körper in das Auge fchaut, fleht der Commandant
II