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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

III. FRANKREICH. 
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Egyptifcher Goldfchmuck. 
lieh gedrungen fühlte, und wenige 
Monate nachher überrafchte das lebens- 
grofse Bild — beinahe eben fo fehr 
Hiftorie wie Portrait — 
die Befucher des Parifer 
Salons (1869) und be 
gründete entfeheidend 
den Ruf feines Urhebers. 
Der Kopf des Reiters ift 
von einer ausdrucksvol 
len Blässe; energifch 
trotz feiner kleinen Figur 
lenkt er mit fetter Pland 
fein auffallend grofses 
Pferd, einen prächtigen 
feurigen Rappen mit flat 
ternder Mähne. Bunte, 
erregte Gehalten umge 
ben — mit bewunderns- 
werther Kraft unterge 
ordnet—jubelnd, fchrei- 
end und Fahnen fchwin- 
gend den Helden des 
Tages; wie diefer bar 
häuptig, mit herrschen 
der Ruhe in dem Strudel 
der ihn umtofenden Lei- 
denfehaft das Rofs pa- 
rirt, wie sichtbarlich eine 
Epoche entfeheidender 
Kämpfe in dem vorgeftellten Momente 
gipfelt, wie das Leben felber fleh 
hier unarrangirt in einem Höhepunkte 
geiftiger Spannung und Aufregung zur 
Geltung bringt, das ift ganz erflaunlich 
zu fehen. 
Mit Recht ift darauf hingewiefen 
worden, dafs die Be- 
kanntfehaft mit Velaz- 
quez und mit dem wun 
derlichen, aber dämo- 
nifch gewaltigen Goya 
unfern Künftler folche 
Töne gelehrt hat. Die 
eigene freie und breite 
Pinfelführung, zumal in 
den Nebenpartien, die 
bewufste Sicherheit, mit 
der in möglichft wenigen 
und unvermalten Pinfel- 
ftrichen — gewisserma- 
fsen durch lauter ein 
zelne Drucker — die 
charakteriftifchen Züge 
prägnant wiedergegeben 
find, das verräth eine Be- 
geifterung und ein Kön 
nen, eine Unmittelbar- 
heit der Schöpfung, die 
nur allzufelten ift. Wie 
zahm, wie langweilig 
wird, obwohl an fleh 
recht gut, ja fogar be 
deutend, gegenüber die- 
fem Bilde etwa Camphaufen’s Friedrich 
II. und der grofse Kurfürft! Fürwahr: 
die Kunft der Malerei ift eigentlich 
die Kunft, regelmäfsig und fchön zu 
•Tafel in Majolica, von Ginori 
in Doccia bei Florenz. 
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