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Full text: Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

III. FRANKREICH. 
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und individueller entwickeln können. Von diefer Richtung, welche in der deut- 
fchen Volks- und Sittenmalerei die herrfchende ift, bleibt Breton’s Weife weit 
entfernt; ftatt der frohen Laune, welche bei den Deutfchen waltet, tritt uns bei 
ihm gewöhnlich eine leife Melancholie entgegen, ftatt des dramatifchen Elemen 
tes gibt ein epifches Motiv oder noch häufiger ein lyrifches den Grundton an. Die 
abfichtslofe Einfachheit in Situation und Charakteriftik ift bei Breton das Gröfste, 
fie prägt feinen Werken einen unvergleichlichen Adel auf, fie bringt es mit fich, 
dafs die Menfchen, die er malt, eine fo unbedingte und felbftverftändliche Be 
rechtigung der Exiftenz haben, fo vollkommen mit der Natur verfchmolzen er- 
fcheinen, in der fie ftehen. Da fanden wir zunächft Breton’s Hauptwerke aus 
Majolica-Gefäfse, von Minton in Stoke upon Trent. 
der Galerie des Luxembourg : „Die Segnung der Felder“ (1857), eine ländliche 
Proceffion, welche in glühendem Sonnenlicht durch die Kornfelder hinzieht, und 
das noch fchönere, zwei Jahre fpäter entftandene Gemälde: „Die Heimkehr der 
Aehrenleferinnenferner zwei neue Gemälde aus den Jahren 1871 und 1872: 
„Die Freundinnen“, drei Bauernmädchen, welche Arm in Arm plaudernd 
durch die Kornfelder hinwandeln; an Qualität und Feinheit der Stimmung 
den Aehrenleferinnen verwandt, aufserordentlich fchön durch die Art, wie 
hier drei weibliche Charaktere zufammenklingen; und- „Die Quelle“, ein Bild in 
lebensgrofsen Figuren und zwar nur mit zwei Gehalten junger Landmädchen 
am Brunnen. Ganz im Schatten gehalten, heben fie fich vom lichten Abend 
himmel ab. Die weiblichen Charaktere find bei aller Schlichtheit voller Anmuth
	        
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