III. FRANKREICH.
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unmittelbar packenden, lebensgrofsen Gruppe einer Italienerin, der ihr Kind
lachend um den Hals fällt. Hebert dagegen erfchien in feinen hier vorhande
nen grofsen Bildern aus dem italienifchen Leben kaum auf alter Höhe ; fie find
anfpruchsvoll und ohne Frifche, die Melancholie, welche für ihn einft ein fo
wirkfames Mittel des Ausdrucks war, ift hier krankhaft überreizt. Eugene
Ifabey malt nach wie vor kleine Bilder mit einem bunten Gewimmel von
Figuren in malerifcher Tracht der Vorzeit, breit und keck vorgetragen und von
lironzegitler, entworfen von Heinr. Riewel, ausgeführt von D. Iiollenbach Söhne in Wien.
grofsem ' decorativem Effect. Tony Robert-Fleury erfcheint in den beten
den alten Weibern in der Kirche Santa Maria della Pace zu Rom viel kräftiger
und charaktervoller als in feinem grofsen hiftorifchen Gemälde.
Ohne auf die Bilder von dem geiflreichen Vibert, von Leloir, Boulanger,
Eichel, Chavet weiter einzugehen, müffen wir doch noch bei zwei vorzüglichen
kleinen Kriegsbildern flehen bleiben. „Her Kanonenfchufs“ von Etienne
Berne-Bellecour hatte im Salon von 1872 durchfchlagenden Erfolg. Es ift
eine Schanze mit franzöfifchen Soldaten; eben ift ein grofses Gefchütz abgefeuert
worden; gefpannt beobachten die Naheftehenden die Wirkung des Schuffes.
Das ift ruhig, kühl, mit ficherfRr Beobachtung und überzeugender Wahrheit ge
geben. Protais’ Gemälde „1870“, ein Schlachtfeld, auf welchem ein fchwerver-