III. FRANKREICH.
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Verfuch, bei JDarftellung nackter Frauenfchönheit auf Linienadel und Idealität der
Form auszugehen, etwa auf Jngres’ Spuren zu wandern, doch ohne fonderliches
Glück. Sein neuefies Bild, zuerft in dem Pariser Salon von 1872 erfchienen,
,,La Cigale“, fo genannt in Plinblick auf Lafontaine’s bekannte Fabel, und in der
That hinfichtlich der Toilette „fort depourvue“, zeigt in der flehenden Frauengeftalt,
die fich von heller Wand abhebt, einen glücklichen Rhythmus der Linien
Seffel im Stile Henri II., von Roudillon in Paris.
und diefelbe wohlftudirte, feine Zeichnung, ift aber zu glatt und kalt in der Behandlung
und bleibt an Frifche jedenfalls gegen jenes liegende Weib zurück.
Wenn Bouvier den Frühling fymbolifch durch ein kaum noch ganz erblühtes
nacktes Mädchen darftellt, das auf einem blühenden Baume balancirt, fo ift das
durchaus nicht unlauter empfunden, wenn auch nicht ohne eine gewiffe unfreiwillige
Komik in der Wirkung, und „der Schlaf“ von Bernard de Gironde,
der glückliche Wurf eines jüngeren Künfllers, auch aus dem Salon von 1872,
eine Schlummernde, deren Oberkörper aus der farbenprächtigen Decke hervor-