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PLASTIK UND MALEREI.
Treppengeländer in Bronze, von D. Hollenbach Söhne in Wien.
feine Gattin mit ihren Kindern darftellen, geht das erftere zu fehr in das
Arrangirte.
Aus der Münchener Schule zogen nur zwei Portraits von jüngeren Kunlt-
lern die Aufmerkfamkeit auf fich, eine in der Farbe kräftige, fchlicht leben
dige Studie von Rudolph Hirth und ein weibliches Knieftück von Wilhelm
Leibi, deffen malerifche Virtuofität unverkennbar ift, das aber durch das Streben,
ausfehen zu wollen, wie ein altes Bild, etwa der Rubens’fchen Schule, zu ge-
fucht und dabei zu verblafen in der Farbe erfcheint. Auch folche Experimente
find krankhafter Natur.
Auf jeder grofsen Ausheilung finden wir von Neuem beftätigt, dafs die
deutfche Kunft fall nirgend ein fo eigentümliches und gefundes Leben entfaltet
als in demjenigen Zweige des Sittenbildes, der feine Stoffe aus dem heimifchen