IV. DEUTSCHLAND, OESTERREICH UND UNGARN.
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indeffen nicht zu feinem Vortheile erfchien, ihre erfte Ausbildung, hat fich aber
in der Folge ganz andern Richtungen in die Arme geworfen. Sie wirkt nicht
durch Compofition und Linienführung, fondern durch den Ton, unter Einwirkung
der neueren franzöfifchen Landfchaftsmalerei. Unter Allen gebührt Eugen
Jettei der Preis, der überall ein zartes Stimmungsleben entfaltet, in feinen
Strandbildern, wie in der duftigen Partie aus Oberbayern mit See, Tannenwald,
Bergen, die von Wolken verhüllt find, und Krähen als der einzigen Staffage.
Hugo Charlemont folgt einer verwandten Richtung. Daneben erwähnen wir
Seelos, S chäffer, Schindler, Obermüllner, Lichtenfels. Der belgi
schen Technik fleht Robert Rufs nahe, der, befonders in einer Anficht aus
Rotterdam mit Windmühlen, Canälen und lebendiger Staffage, Kraft des Tons,
breiten Vortrag und perfpectivifch wirkungsvollen Aufbau, bei kühner Wahl
eines nahen Augenpunktes, zeigt. Strengeren Stil haben die egyptifchen Land-
fchaften von Bernhard Fiedler aus Berlin, jetzt in Trieft. Auch der Thier
maler Otto von Thoren, der fich ganz der franzöfifchen Schule angefchloffen,
wirkt durch die fichere Beherrfchung des landfchaftlichen Stimmungslebens.
Neben ihm fei von den Thiermalern noch Bühlmeyer genannt. Endlich darf
Max Schödl nicht vergehen werden mit feinen ganz kleinen, äufserft feinen
Stilleben, auf denen Gefäfse und Geräthe, von grofser Accurateffe und Wahr
heit in der Wiedergabe des Materials, die Hauptrolle fpielen.
Einen befonderen Genufs gewähren endlich zwei Meifter im Aquarell:
Rudolph Alt und Ludwig Paffini. Vergleicht man Alt, von dem wir An
fichten von Rom’s Ruinen, vom Innern der Peterskirche, von einer Ecke des
Dogenpalaftes in Venedig fanden, mit Carl Werner in Leipzig, von dem in
einem der Nebenpavillons mehrere vorzügliche Anfichten aus Italien, Egypten,
dem Orient vorhanden waren, fo finden wir nicht das Streben, das Einzelne,
namentlich in den architektonifchen Partien, miniaturartig fein, mit äufserfter
Schärfe wiederzugeben, fondern Alt geht zunächft auf die malerifche Gefammt-