IV. DEUTSCHLAND, OESTERREICH UND UNGARN.
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zwei hoheitsvolle Frauengeftalten, die Stadt Genf, als
die zartere, welche fich an die mächtige Helvetia lehnt,
das Ganze klar und fchlicht im Motiv, vornehm in der
Durchführung. Wie fleht das Bafeler Monument der
Schlacht von St. Jacob von Ferdinand Schlöth hiergegen
zurück!
In der Münchener Plaftik trat diesmal eine jüngere
Richtung und mit ihr ein freieres und urfprünglicheres
Leben in den Vordergrund. Es ift tröfllich, dafs fich
dort neben der geiftlofen und ermüdenden Galerie von
Puppen, mit welchen die einheimifche Schule alle Strafsen
und öffentlichen Plätze ausgeflattet hat, bald ein fo gediegenes
Werk wie das Denkmal Maximilian’s II. von
Zumbufch erheben wird, welches, theils fchon in Bronze-Ausführung,
theils in bronzirten Gypsmodellen auf dem
Platze zwifchen den deutfchen Annexen ftand. Hier tritt
uns ein wirklich plaftifches Gefühl bei charaktervollem
I Anfchlufs an den Stil der italienifchen Renaiffance entgegen.
Zunächft befriedigen die glückliche Architektur
des Sockels, welche dem Zufammenwirken mit dem
Architekten Hügel zu danken ift, die breiten und mächtigen
Verhältniffe des Aufbaues, die kühnen und fprechenden
Umriffe (f. S. 232). Die allegorifchen Geftalten, welche
frei vor dem Poftamente fitzen, find einander an künftlerifchem
Werthe nicht gleich, jedenfalls aber ift die vordere,
der Friede, eine Jünglingsgeftalt von hohem Adel. Die
tragenden Knabenfiguren an den abgefchrägten Ecken
des Poftamentes Hellen die glücklichfte Verfchmelzung
zwifchen den plaftifchen und architektonifchen Theilen
her und die Figur des Königs, voll fchöner Humanität
und fürftlicher Würde der Auffaffung, bei glücklichem
Faltenwurf, vermag die reich bewegten unteren Partien
Zumbufch gehört feit kurzem
energifch zu beherrfchen
Wien an
Bordüre, entworfen von F. Fifchbach, ausgeführt von H. Engelhardt in Mannheim.
und in der öfterreichifchen Abtheilung war er