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MAK

Full text : Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

V.  DIE  SCHWEIZ,  BELGIEN,  HOLLAND,  SKANDINAVIEN  ETC.  407

Beleuchtung  wird  der  coloriflifche  Eindruck  harmonifcher,  während  er  fonft  durch
eine  Vorliebe  für  gar  zu  lebhafte,  fcharfe  Gegenfätze  leicht  bunt,  dabei  durch
einen  Zug  des  Gefallfüchtigen  oft  füfslich  ift.  Aber  auch  Auffaffung  und  Charakteriftik
  Breiten  oft  an  das  Süfse,  was  mit  dem  ganzen  Entwicklungsgänge  der
modernen  englifchen  Malerei,  ihrem  Losgelöftfein  von  aller  gröfseren  Tradition,
ilnem  Schaffen  für  Trivatliebhaberei,  namentlich  der  vornehmen  Kreife,  zufammenhängt.

h  üi‘  kirchliche  Zwecke  hat  die  Kunfl  nichts  zu  thun,  da  die  Formen  des
Cultus  dies  verbieten,  zu  monumentalen  Zwecken,  zu  der  Decoration  öffentlicher
Gebäude  wird  fie  nicht  herangezogen,  und  wenn  einmal  der  Verfuch  gemacht
wird,  ihr  folche  Aufgaben  zu  gewähren,  wie  bei  der  Ausfchmückung  der  Parlamentshäufer,
  fo  fällt  die  Sache  ungenügend  aus,  denn  hierzu  fehlt  es  den  englifchen ­
  Künftlern  an  Sinn  wie  an  Vorbildung.

Innenfläche  der  Schale  von  Ybarzabal;  taufchirte  Arbeit.

Einige  Worte  von  Richard  Redgrave  in  feiner  Einleitung  zu  dem  Kataloge ­
  der  neueren  englifchen  Gemälde,  meift  aus  dem  Nachlafs  von  Mr.  Sheepfhanks,
  im  South  Kenfington  Mufeum,  treffen  den  Nagel  auf  den  Kopf,  nur
dafs  er  gerade  in  dem,  was  uns  als  Einfeitigkeit  der  englifchen  Schule  erfcheint,
ihren  Hauptvorzug  erkennt:  »Die  Blüthe  der  englifchen  Kunft«  ,  fo  heifst  es  an
einer  Stelle,  »entfaltete  fich  den  Anforderungen  derjenigen  entfprechend,  die  fie
als  eine  Quelle  des  Genuffes  in  der  Häuslichkeit  lieben.  Deshalb  find  unfere
Bilder  klein,  unferen  Privatwohnungen  arigemeffen,  und  ihre  Gegenftände  find
folche,  mit  denen  wir  leben  und  die  wir  lieben  können,  die  uns  eine  Erquickung
in  den  Augenblicken  der  Ruhe  nach  der  harten  Arbeit  des  Tages  gewähren.«
Trat  man  auf  der  Parifer  Ausftellung  des  Jahres  1855,  meint  Mr.  Redgrave,'aus
den  Sälen  der  franzöfifchen  und  continentalen  Gemälde  in  die  Galerie  der  engli-
            
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