V. DIE SCHWEIZ, BELGIEN, HOLLAND, SKANDINAVIEN ETC. 413
leert, eine böfe Abficht Zutrauen könnten. Allerliebft, geiffreich und voll kecker
Laune ift Storey’s »fchüchterne Schülerin«, ein Gänschen im Coftüm des
17. Jahrhunderts, das fich bei der Tanzftunde ungefchickt anftellt. Frith überrafcht
auch diesmal wieder durch feinen liebenswürdigen Humor und feine feine
Individualifirung, welche das Momentane und fchnell Vorüberfliegende im Ausdruck
ebenfo zart wie ficher feftzuhalten weifs. Während Lord Foppington, der
unverfchämte Schwätzer, feine Abenteuer einer Gruppe im Coflüm des vorigen
Jahrhunderts erzählt, ift der Ausdruck der jungen Dame am Fenfter, die kaum
verhehlen kann, wie wenig fie von dem Allen glaubt, fowie die Haltung der
anderen Schönen, die vor fleh hinfehaut, wohl wiffend, wie nachdrücklich der
Indifche Thongcfäfse.
flehende Cavalier fein Auge auf ihr ruhen läfst, fein und lebensvoll. Lewis und
Hodgfon führen uns orientalifche Scenen vor, Paul Palkoner Poole in
feinem gefpenftifchen Jäger, nach einer Erzählung des Decamerone, und Elmore
in feinem Bilde zu Bürger’s Leonore entfalten dämonifchen Reiz und träumerifche
Phantaftik. Orchardfon in einer Fallftaff-Scene und Pcttie, der uns
Probftein, den Narren aus »Wie es euch gefällt«, mit feiner Unfchuld vom
Lande vorführt, illuflriren Shakefpeare mit flotter Laune, nur in einem etwas zu
eleganten Stil.
Unter den Landfchaften fanden wir zunächft eine Themfe-Partie mit Brücke
und Vieh von dem verdorbenen Turner, und zwar offenbar ein früheres Bild,
vor Beginn jenes Manierismus, zu dem der Künffler, wie Dr. Liebreich vor
Kurzem nachgewiefcn hat, durch eine Erkrankung des Auges geführt wurde.
Sonnig und duftig, offenbart dies Werk jene volle Poefie der Luft- und Lichtwirkung,
deren der Künffler in feiner beffen Zeit fähig war. Neben ihm zeichneten
fleh Linnel, Davis, Vicat Cole, diefer in einer einfachen Gegend bei
Abenddämmerung, und Richard Redgrave aus, deffen Richtung eine von