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DIE AUSSTELLUNGSBAUTEN.
werden, dafs das Oberlicht auch in der hier vorliegenden, mit aller Sorgfalt ab
gewogenen Conftructio n dem Seitenlicht in jeder Hinficht nachzuftellen ift.
Das Seitenlicht bleibt nun einmal das natürliche Licht für Innenränme,
das Licht, bei dem die meiden Bilder gemalt, auf das fie geftimmt find. Alfo,
je mehr Räume mit Seitenlicht, defto beffer die Galerie! Oberlichträume da
gegen nur ausnahmsweife für Bilder gröfsten Formates und folche, die als Dcco-
rationen von Prachtfälen gedacht, mehr auf das Zufammengehen mit der Archi-
Teller 7.11 dem Kruge von Sültzer in Eifenach auf S. 29.
tektur als auf eine fpecielle Bildwirkung berechnet find! Legt man diefen Mafs-
ftab an die Gemäldefammlung der Kunfthalle an, fo ergibt fich, dafs hier viel zu
viel Oberlichtfäle und zu wenig Räume mit Seitenlicht vorhanden find. Die um
fangreichen Hiftorienbilder laffen fich zählen — das konnte man im voraus
wiffen — dagegen find Genrebilder, Landfchaften und andere Cabinetftücke,
wie gewöhnlich, zu Hunderten da, die nun wohl oder übel in das grofse Treib
haus hinein mtiffen, in deffen profaifch gleichmäfsigem und doch zerftreuend
wirkendem Licht fie rettungslos zu Grunde gehen. Wohlthuend und überficht-
lich, ein förderndes Element künftlerifcher Bildung ift eine Gemäldefammlung nur
dann, wenn fie das Gleichartige und harmonifch Zufammenftimmende in be-
fchränktem Raume darbietet, wie dies z. B. Schinkel’s claffifche Berliner