AEUSSERE UND INNERE DECORATION ETC.
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erzielen, davon giebt nun eben der Park vor der Induftriehalle ein beachtenswerthes
Beifpiel. Eine breite, von vier Baumreihen eingefafste Strafse, die
„Kaifer-Allee“, verbindet den Haupteingang an der Nobelallee des Praters mit
dem grofsen Südportal des Induftriepalaftes. Vier Querwege und die breite
„Avenue Elifabeth“, welche die „Kaifer-Allee“ und die mit ihr parallel laufenden
Wege durchfchneiden, Hellen die Verbindungen mit den gedeckten
Laubengängen dar, welche den Platz rechts und links in fymmetrifcher Anordnung
umfäumen. Die Flächen zwifchen den bekieften Wegen find mit ebenfalls
regelmäfsig angelegten Baffins, Fontainen und Rafenplätzen ausgefüllt,
von deren faftigem Grün Blumenbeete, Vafen und Statuen fich abheben. Gegen
das Hauptgebäude zu eröffnet fich die Parkanlage; einige Stufen führen zu dem
Perron des Triumphbogens empor, vor dem nur gröfseren ftatuarifchen Werken
noch Raum gegeben ift, um auf den Eingang in das Innere würdig vorzubereiten.
So bleibt jedem fein Recht: die Architektur wird ifolirt, foweit es nöthig ift, um
fie wirkfam zu machen; die Gartenkunft andererfeits darf alle ihre Reize entfalten,
und dies um fo freier, je weiter fie fich aus der Machtfphäre der Architektur
entfernt und dem Walde nähert, von dem fich einige alte Stammhalter fogar
bis in die grünen Matten an den Baffins vorgedrängt haben. Sie beleben die
Regelmäfsigkeit, ohne fie zu Hören und tragen mit dazu bei, den Charakter
des flüchtig Entflandenen und Ephemeren, von dem überhaupt an der ganzen
Anlage fafl nichts zu merken ifl, fern zu halten.
Die Rückfeite des Parks, zwifchen dem Induflriepalafl und der Mafchinenhalle,
ifl durch die Ueberfülle der Annexe, Pavillons, Reflaurationen und Bauernhäufer
aller Art um feine ganze Wirkung gekommen. Nur die Mittelpartie mit
Zumbufch’s Maximilian-Denkmal zwifchen den Bauten des Deutfchen Reiches
bildet einen erquicklichen Ruhepunkt in diefer wirren Maffe. Zum Glück hat
man die Plätze vor und hinter der Kunflhalle frei halten können; ihre fchlichten
Rafenböfchungen und Blumenparterres harmoniren vortrefflich mit dem anfpruchslos
würdigen Styl der Bauten des Kunflhofes. —
Nicht minder glücklich als diefer natürliche Schmuck ift die bildnerifche und
malerifche Decoration der Ausflellungsgebäude. Am Aeufseren fiel der Plaflik
die Hauptaufgabe zu, und die tüchtigflen Kräfte der älteren und jüngeren Bildhauergeneration
haben mit einander gewetteifert, fie würdig der in Wien für die
decorative Plaflik eingebürgerten I raditionen zu löfen.
Man weifs, dafs in diefen Traditionen bis auf die jüngfte Zeit herab, in der
hier die Dresdener und Münchener Schule Boden gefafst haben, die akademifche
Antike im Sinne der älteren römifchen Atelierpraxis der herrfchende Styl geblieben
ifl. Ein refolutes Dreingehen in oft etwas maffige derbe Formen, Schwung
und Leben im Aufbau bei allerdings meiftens etwas oberflächlicher und fchablonenhafter
Behandlung des Details: das find die Vorzüge und Mängel der Schule,
die wir auch in diefen Arbeiten wieder finden. Im Ganzen aber mufs zugeftanden
werden, dafs man den Werken die Kürze der Zeit nicht anmerkt, in der fie entflanden
find, und dafs die meiften von ihnen dem elenden Gypsmaterial, aus dem
fie beftehen, fogar zu viel Ehre anthun und fehr wohl würdig wären, in einen
dauerhafteren Stoff überfetzt zu werden.