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MAK

Full text : Kunst und Kunstgewerbe auf der Wiener Weltausstellung 1873

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DAS  KUNSTGEWERBE.

edlem  Anftrich  der  Wohnung  ächte  Familienbehaglichkeit  zu  vereinen  wcifs,  führt
uns  diesmal  nur  wenige  feiner  gut  und  bequem  gebauten,  zum  Thcil  auch  mit
eingelegter  Arbeit  verzierten  Möbel  vor,  aber  nur  Mufter  beftehender  Einrichtungen
und  nicht  fpeciell  für  die  Ausftellung  gefchaffen;  die  Kunfttifchler  D  üb  eil  und
Ludwig,  letzterer  vorzugsweise  auf  eingelegte  Arbeit  den  Nachdruck  legend,  jener
mit  gefunden,  kräftig  bequemen,  einfach  conftruirten  Lederfauteuils,  vertreten  ihr

Büfte  der  k.  k.  Hoffchaufpielerin  Charlotte  Wolter,  von  Victor  Tilgner.
Genre  vortrefflich  in  gleichem  Geifte.  So  könnten  wir  noch  eine  Reihe  nennen,
unter  den  Tapezierern  z.  B.  Alexander  Pollak,  wollen  aber  nur  noch  der  Borten
und  fonfhgen  Pofamentierarbeiten  Drächsler’s  gedenken  und  zwar  defshalb,  weil
diefe  Arbeiten,  die  zur  künftlerifchen  Vollendung  der  Möbel  und  Vorhänge  nothwendig
  find,  durch  den  Modegefchmack  gänzlich  verdorben  waren,  die  von
Drächsler  aber  zum  erften  Male  einen  richtigen  Weg  einfchlagen.  Sämmtliche
genannten  Fabrikanten  find  Wiener.
Dem  Zuge  der  öfterreichifchen,  fpeciell  der  Wiener  Fabricantcn  folgen  die
ungarifchen  Kunfttifchler  mit  ihren  Holz-  und  Ledermöbeln,  zum  Thcil  nicht
ohne  Glück;  fie  bieten  uns  aber  kein  felbftändiges  Intereffe.  Ganz  anders  ift
es  mit  Italien,  deffen  Kunftmöbel  in  gewiffem  Sinne  vielleicht  von  allen  am
höchften  flehen;  aber  fie  nehmen  einen  anderen  Standpunkt  ein.  Bei  den  Italienern ­
  handelt  cs  fich  nicht  um  eine  volle  harmonifche  Ausftattung  der  Wohnung,
fondern  um  die  Schöpfung  des  einzelnen  Stückes  als  eines  Kunftwerkes.  Wie
es  verwendet  wird,  das  ift  dem  Liebhaber  überlaffen.  Der  Standpunkt  ift  auch
            
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