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I. WOHNUNGSAUSSTATTUNG.
einer engen Gallerie umgeben
ift, enthält nur ein paar Kämmer
chen ; das Hauptgemach liegt
im Erdgefchofs zur Seite. Es
ift wenigftens freundlich ausge-
ftattet mit einem grofsen grünen
Kachelofen und Bänken herum
nach alter deutfcher Sitte , wie
wir beides, Ofen und Bank,
heute noch regelmäfsig z. B. in
Franken antreffen, während
bunte ungarifche Faiencekrüge,
ebenfalls traditionell nach alter
Art, den Wänden einigen
Schmuck verleihen.
Läfst uns diefes Geidler-
haus, zumal mit feinen engen
Fenftern fchondenEinflufs feiner
nicht deutfchen Umgebung er
kennen, fo muthet uns das
ungarifche Szeklerhaus aus
Siebenbürgen gar fremdartig an.
Es ift nicht blofs ein Haus, es
ift ein Gehöft, in das wir durch
ein grofses Holzportal eintreten.
Schon diefes ift intereffant, und
zeigt uns diefelbe Liebe zum
farbigen ornamentalen Schmuck,
die der Slave wie der Ungar
an Kleidung, Stickereien, Haus-
geräth überall bethätigt. Das
Portal ift ein grofses Wagenthor
mit einem kleineren für Fufs-
gänger zur Seite, das wieder
eine mit einem fchirmenden
Dach überdeckte Bank neben
fich hat, wohl um die Abend
ruhe zu geniefsen. Ueber das
Thor läuft ein Rundbogen, alles
aus Eichenbohlen gezimmert
und mit allerlei vertieft ausge-
ftochenem und mit Farbe aus
gefülltem Ornament verziert,
das in Ranken, Rofetten und
Mufchelwerk offenbar in diefer
Bronze-Candelaber von D. Hollenbach Söhne in Wien.
Nach Zeichnung von Th. Hänfen.