Der schon damals einsam Große
hatte somit keine Wahl, er mußte
sich auf dem Papier austoben und
im stillen helfen, die neue Zeit her
beizuführen, die er ahnend längst
grüßte. Sie steckte schon in ihm.
Er prägte den Begriff für sie, noch
ehe sie kam: NUTZSTIß!
Dieser größte Realist ist aber
zugleich der größte Phantasie
mensch und mußte gelegentlich
seinen Träumen die Zügel schie
ßen lassen. Das Festliche in ihm
will zu seinem Recht kommen.
Die silberne Hochzeit des Kaiser
paares 1879 und die Begrüßungs
feier der Kronprinzessin Stephanie
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1881 gibt ihm Gelegenheit zu Improvisationen, die das üppige 17. und
18. Jahrhundert nicht besser vermocht hätte. Seine Festzelte am Ring
sind architektonische Zaubereien, pittoresk und pomphaft, zugleich aber
streng durchkomponiert, mit stolzen und kühnen Säulengruppen
Fischer von Erlach hätte seine Freude daran gehabt; seine Triumphsäule
am Praterstern ist dasVorbild zu dem nachmaligen Tegetthoff-Monument
geworden.
Der Festkünstler tut in einer poetischen Laune den Schritt zum Archi
tekturdichter, eine Idealskizze entsteht, den glanzvollenPalast der Künste
vorstellend, mit herrlichen Gebäudegruppen, Bassins, Kolonnaden, Tri
umphpforten, Prachtkuppeln, Obelisken, Monumenten, Bosketts inmitten
einer idealen Landschaft von Bergen und Meer buchten.'„Artibus“ heißt das
architektonische Phantasiestück, darin Gedankenreflexe an die Karls
kirche, an das Gloriette, an Schönbrunn aufblitzen, ein den Künsten ge
widmetes Ideenprojekt, das in der damaligen Kunstwelt Begeisterung
erweckte. Einen wiedererstandenen, aber geläuterten Piranesi nannte
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